5 Gründe warum ich kein eBike fahre

Mountainbike Orbea Rallon 2020 29er

Eins vorneweg: ich bin kein eBike-Hater und es gibt sicherlich eine Reihe von guten Gründen eins zu fahren. Wie ich selbst zum Beispiel nach meiner Bandscheiben-OP, als ich das Specialized Levo eine Saison gefahren bin. Derzeit fahre ich ein Orbea Rallon 2020 29er und ein Custom Commencial Meta HT 29er. Nicht nur Privat, sondern auch als Mountainbike-Guide habe ich mich daher sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, denn eBikes sind inzwischen Mainstream und immer mehr Touren oder Alpenüberquerungen wollen mit einem eBike gefahren werden. Für mich als gesunder, körperlich fitter und naturverbundener Mountainbiker ist das allerdings kein Thema und hier sind meine 5 Gründe warum:

1. Zu hohe technische Abhängigkeit

Wer gerne hochalpine Touren fährt oder in etwas einsameren Regionen unterwegs ist, ist froh wenn man einen Defekt selbst und einfach beheben kann oder bei einem örtlichen Fahrradladen unkompliziert Hilfe bekommt. Allerdings ist man häufig bereits mit einer Sram-Schaltung in einigen Alpenregionen ein Exot und hat kaum Chancen ein Ersatzteil zu bekommen. Hast Du mit dem eBike hier ein Problem, dann ist das mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Tourenende. Und die Probleme bei einem eBike können vielfältiger sein als bei einem herkömmlichen Mountainbike (Akku, Motor, Display).

Ebenfalls würde die technische Abhängigkeit bei einem eBike zu einem veränderten Planungsaufwand meiner Touren führen: bspw. reicht die Akku-Leistung für die geplanten km und hm, gibt es auf der geplanten Route Ladestation, fahren alle ein eBike usw. Und es ist definitiv nicht mein Ziel meine Routen nach dem eBike auszurichten, sondern das Natur- und Trailerlebnis sowie das sportliche und technische Leistungsvermögen stehen bei mir im Fokus.

2. Zu hohes Gewicht

Auf der Suche nach einmaligen Naturerlebnissen und traumhaften Trails oder einsamen Passübergängen für meine Alpenüberquerungen ist häufiges Schieben und Tragen bei meinen Touren nicht ausgeschlossen. Während meine Mountainbikes 12 (Hardtail), bzw. 15 kg (Enduro) wiegen, können eBikes schonmal 20-25 kg auf die Waage bringen. Mit dem deutlich höheren Gewicht eines eBikes sollte man diese Passagen also besser meiden, auch da das höhere Gewicht bergab deutlich mehr schiebt und weniger agil ist. Hier passt ein eBike also auch nicht in meine Mountainbike-Philosophie.

 

Auch ist im Flugzeug die Mitnahme eines eBikes wegen möglicher Brandgefahr bei den meisten Airlines untersagt. Manche schicken den Akku separat per Post ans Reiseziel, was allerdings auch nochmal mit Kosten verbunden und zudem umständlich ist. Also alles in allem ist das hohe Gewicht in vielen Fällen lästig und abgesehen davon muss ich natürlich auch ständig den Akku herumtragen, um ihn irgendwo laden zu können. Vom Laden in der Wohnung raten Experten wegen Brandgefahr übrigens ab.

3. Nicht wirklich nachhaltig

Die Problematik von Lithium-Ionen-Akkus ist den meisten hinlänglich bekannt. Daher nur in Kürze: Für die Herstellung eines E-Bikes werden etwa 35% mehr Rohstoffe verwendet als für ein herkömmliches Mountainbike. Die durchschnittliche Lebensdauer einer eBike-Batterie beträgt je nach Hersteller, Modell und Lagerung 500-1.000 Ladezyklen; nach Angaben von Werkstätten selten mehr als 4 Jahre. Die Akkus können derzeit nur bis zu maximal 50-70% recycelt werden. Ohne Versorgung des Akkus mit Ökostrom erst Recht kein ökologischer Fortschritt.

4. Im Unterhalt zu teuer

Die meisten Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten kann ich an meinen herkömmlichen Mountainbikes nahezu alle selbst erledigen. Bei einem eBike sieht das allerdings ganz anders aus, denn eine Umfrage des Versicherers Wertgarantie in Kooperation mit Statista in 2020 ergab, dass rund 20% der befragten E-Bike-Fahrer technische Defekte an Akku, Motor und Display beklagten; also alles an Komponenten an denen man selbst besser keine Hand anlegen sollte. Und auch relevant: knapp 16% hatten Schäden durch Unfälle. Den Akku sollte man nämlich nach einem Unfall zur Vorbeugung der Gefahr einer Selbstentzündung austauschen. Ein neuer Akku kostet ab 500 Euro aufwärts.

5. Weniger echter Genuss

Wenn man sich mit eBikern über ihre Kaufgründe unterhält, hört man meistens drei Gründe:

 

  1. Ausgleich von Leistungsunterschieden
  2. körperliches Gebrechen
  3. mehr Trails in der selben Zeit

 

Die ersten beiden Gründe lasse ich mal unkommentiert, bei dem dritten Grund frage ich mich allerdings immer häufiger wo wir als Gesellschaft eigentlich genau hin wollen mit unserem ständig steigenden Tempo. Immer mehr – in derselben Zeit?!? Die Natur ist so ein großes Geschenk an uns und ist es da nicht sinnvoll, wenn wir sie aufmerksam und langsam mit allen Sinnen genießen als nur schnell mal durchzufahren? Ich bin mit dem Mountainbike fast nur in der Natur unterwegs und da möchte ich langsam und bewusst unterwegs sein sowie die Trails genießen; einer am Tag reicht mir dabei zum Glücklich sein.

Ich persönlich möchte die Natur genießen, draußen eine gute Zeit erleben und dabei so wenig wie möglich auf die bereiste Natur einwirken oder ihr sogar schaden. Ich möchte die Natur möglichst nah, intensiv und ursprünglich erleben und mich der Kultur des bereisten Landes anpassen. Mehr über mich erfahrt Ihr hier

 

Du möchtest eine individuell geführte Mehrtagestour oder Alpenüberquerung, dabei die Natur geniessen und Draussen eine gute Zeit erleben?

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