3 Etappen · Rundtour · Südtirol

3-Tage hochalpine Dreiländertour rund ums Stilfser Joch

Jede Ride With Love-Tour ist vor Ort gefahren und nicht am Rechner gezeichnet. Du musst nicht recherchieren, keine Tracks zusammenschneiden und keine Etappen selbst rechnen: Route, Tagesabschnitte, Höhenprofile und Versorgungspunkte liegen nach dem Kauf fertig im Trip Planner. Von dort passt du nur noch an, was zu deiner Reise gehört.

Mit dem Moutainbike in drei Tagen rund ums Stilfser Joch: eine Runde über Ofenpass, Val Fraele und San Giacomo Stausee, die du gefahren sein musst

Diese Runde ist kompakt, aber alles andere als klein. In drei Tagen fährst du vom Val Müstair über den Ofenpass und die Fuorcla del Gal hinüber nach Italien, vorbei am Lago di Livigno und am Lago di San Giacomo bis nach Valdidentro. Am zweiten Tag reihen sich Passo Torri di Fraele, Bocchetta di Forcola und schließlich das Stilfser Joch aneinander, wo der Tag fast auf 2.800 Metern endet. Der Schlusstag beginnt also schon hoch oben, führt nah an der Dreisprachenspitze und am Goldsee vorbei und über die Lichtenbergscharte zurück ins Münstertal. Rätoromanisch, Italienisch und Deutsch liegen hier dicht beieinander, und die Dreisprachenspitze trägt diese Grenzlage sogar im Namen. Mich überzeugt, wie konsequent die Tour in den Hochlagen bleibt: Pässe und Seen sind keine Abstecher, sondern liegen direkt auf deinem Weg. Unterwegs wechseln Schotter, Naturwege und Asphalt. Für mich ist das eine Runde für Leute, die das Hochgebirge nicht nur anschauen, sondern sich erarbeiten wollen.

Unterschätzen solltest du sie nicht. Die ersten beiden Tage sind echte Konditionstage mit jeweils fast zweitausend Höhenmetern, langen Anstiegen und kurzen, sehr steilen Rampen, an denen auch kräftige Beine mal schieben. Technisch bleiben diese Tage überwiegend im leichten Bereich, am ersten Tag verlangt allerdings ein kurzes Stück schon sicheres Fahren. Der Schlusstag dreht das Verhältnis um: weniger bergauf, dafür über tausend Höhenmeter mehr bergab, mit langen und teils sehr steilen Abfahrten, darunter eine gleich zu Beginn. Insgesamt ist er technisch der anspruchsvollste Tag der Runde. Wer dort entspannt bleiben will, sollte S2 sauber beherrschen, auch müde und auf losem Untergrund. Wer sich einen Anstieg sparen möchte, kann in Trafoi optional den Lift zur Furkelhütte nehmen. Dazu kommt die Höhe selbst: Wetterumschwünge, Kälte am Morgen und schneller nachlassende Kräfte gehören zur Planung. Für ambitionierte Tourenfahrer mit Alpenerfahrung ist das ein starkes, dichtes Paket, für Einsteiger eher eine Nummer zu groß.

3
Etappen
Etappen
130
km
Distanz
5.357
hm
7.2
5.365
tm
S2
Alle Informationen zu dieser Tour
Übersichtskarte Drei Tage zwischen Fuorn, Fraele und Stilfser Joch: eine hochalpine Dreiländerrunde, die erst Kondition fordert und am Schluss sichere Technik.
Höhenprofil Drei Tage zwischen Fuorn, Fraele und Stilfser Joch: eine hochalpine Dreiländerrunde, die erst Kondition fordert und am Schluss sichere Technik.

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eMTB-Variante Nicht eMTB-geeignet

Diese Tour empfehlen wir nicht für das eMTB. Längere Schiebe- und Tragepassagen und fehlende Lademöglichkeiten auf einzelnen Etappen machen sie mit dem schweren Rad unpraktikabel. Deshalb bieten wir hierfür keinen eMTB-Track an.

Etappen-Details

01

Val Müstair → Valdidentro

Langer Auftakt-Anstieg, erster Hochpunkt, dann flüssige Abfahrten hinüber nach Valdidentro.

41,1 km

↑ 1.861 hm · ↓ 1.297 tm

ø 7,1 % · Fahrtechnik S1

02

Valdidentro → Stelvio

Zäher Klettertag mit langem Steilstück, der hoch oben bei Stelvio endet.

37,6 km

↑ 1.908 hm · ↓ 1.077 tm

ø 8,2 % · Fahrtechnik S1

03

Stelvio → Val Müstair

Technischer Finaltag: steile Abfahrt gleich zum Start, dann langes Bergab heim.

50,8 km

↑ 1.588 hm · ↓ 2.991 tm

ø 6,3 % · Fahrtechnik S2

Bilder
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Beste Reisezeit

Mein Zeitfenster für diese Runde liegt zwischen Mitte Juli und Mitte September. Die Tour bewegt sich mehrfach weit über zweitausendfünfhundert Meter und erreicht am letzten Morgen rund 2850 Meter. In solchen Höhen halten sich Schneefelder und nasse, rutschige Passagen oft bis in den Sommer, und gerade die steile Abfahrt zu Beginn des dritten Tages möchtest du nicht über Altschnee oder Matsch fahren.

Ein früher Termin Anfang Juli kann gutgehen, birgt aber das Risiko, in den Hochlagen noch auf Schneereste zu treffen. Im Hochsommer musst du eher mit Wärmegewittern am Nachmittag rechnen, was bei langen Anstiegen wie am zweiten Tag einen frühen Start nahelegt. Der September gefällt mir besonders: klarere Luft, ruhigere Wege, oft stabile Phasen. Dafür sind die Morgen kalt, und ab Ende September kann der erste Schnee in den Hochlagen jederzeit kommen.

Tipps für deine Ankunft

Du kommst dorthin zurück, wo du gestartet bist: ins Val Müstair, das grüne Hochtal ganz im Südosten Graubündens, eingebettet zwischen Engadin und Vinschgau. Das Tal ist als Biosphärenreservat ausgewiesen, und man spürt das: kleine Dörfer, Wiesen, Holz und Stein statt Hotelburgen.

Nach diesem letzten Tag ist der Kontrast groß. Morgens noch auf rund 2850 Metern, dann lange, fordernde Abfahrten mit voller Konzentration auf jede Kurve, und schließlich ein sanftes Ausrollen durch das Tal. Genau deshalb würde ich danach nicht mehr viel wollen, außer langsam zu werden. Die Hände sind müde vom Bremsen, der Kopf ist voll von den Bildern oben.

Mein Tipp: Schau dir das Kloster St. Johann in Müstair an. Die Klosteranlage gehört zum UNESCO-Welterbe und ist für ihre frühmittelalterlichen Wandmalereien bekannt. Nach drei Tagen Tempo, Höhe und Geröll ist das ein schöner Gegenpol: dicke Mauern, Stille, Jahrhunderte statt Minuten. Danach ein ruhiger Abendspaziergang durchs Dorf, und die Runde fühlt sich wirklich abgeschlossen an.

Mein Fazit

Diese Tour ist für erfahrene Tourenbiker gemacht, die zwei harte Klettertage am Stück wegstecken und auf S2 auch mit müden Armen sicher bleiben. Wer Höhe mag und kurze Mehrtagesrunden schätzt, bekommt hier sehr viel Alpen auf wenig Raum.

Mich überzeugt vor allem der Aufbau. Die ersten beiden Tage mit jeweils rund 1.900 Höhenmetern sind Konditionsarbeit, technisch aber überwiegend im S1- bis S2-Bereich. Du kannst dich also auf Tritt und Rhythmus konzentrieren. Am Schlusstag wird es umgekehrt: deutlich weniger bergauf, dafür rund 3000 Meter bergab mit spürbarem S2-Anteil. Höhe, Kondition und Fahrtechnik fordern dich also an unterschiedlichen Tagen, statt sich zu einem einzigen Monstertag aufzutürmen. Das macht die Runde fair, aber nicht leicht.

Der Haken liegt genau dort, wo es am spannendsten wird. Weil der zweite Tag ganz oben endet, beginnt der dritte mit einer langen, sehr steilen Abfahrt, die gleich am Morgen fast 1.300 Höhenmeter am Stück vernichtet. Kalte Finger, noch steife Beine und zwei schwere Tage in den Knochen sind keine ideale Kombination für anspruchsvolles Gelände. Dazu kommen kurze Rampen mit über zwanzig Prozent an den ersten Tagen, an denen Schieben realistisch ist.

Mein Gesamturteil: eine dichte, ehrliche Hochgebirgsrunde, die viel verlangt und viel zurückgibt. Wer sie mit Puffer für das Wetter plant und am dritten Morgen bewusst langsam einsteigt, bekommt drei Tage, die sich deutlich größer anfühlen, als die Kilometer vermuten lassen. Für Einsteiger würde ich sie nicht empfehlen, für Fortgeschrittene unbedingt.

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