6 Etappen · Alpenüberquerung · Comer See

Transalp von Füssen an den Comer See

Jede Ride With Love-Tour ist vor Ort gefahren und nicht am Rechner gezeichnet. Du musst nicht recherchieren, keine Tracks zusammenschneiden und keine Etappen selbst rechnen: Route, Tagesabschnitte, Höhenprofile und Versorgungspunkte liegen nach dem Kauf fertig im Trip Planner. Von dort passt du nur noch an, was zu deiner Reise gehört.

Von Füssen an den Comer See: Transalp über hohe Pässe und vorbei an vielen Seen

Diese Transalp bringt dich in sechs Tagen von Füssen im Allgäu bis an das Nordufer des Comer Sees. Der Reiz liegt im Wechsel. Gleich zu Beginn kommst du in Füssen nahe am Alpsee vorbei, später rollst du direkt am Plansee entlang. Ein Stück folgst du dem Jakobsweg Tirol – Allgäu, und der erste Tag endet in Nassereith, nicht weit vom Fernpass. Am zweiten Tag liegt der Fernsteinsee direkt an der Route. Du fährst ein gutes Stück auf der Via Claudia Augusta, der alten Römerstraße, bevor ein langer Anstieg dich hinauf nach Fiss bringt. Danach geht es am Via Claudia See vorbei, in die Nähe des Aussichtspunkts Innblick und auf der Graubünden-Route weiter bis Scuol. Für dich heißt das: Du sammelst nicht einfach Kilometer, du siehst, wie sich Landschaft, Sprache und Klima Schritt für Schritt verändern. Genau das macht für mich den Kern dieser Route aus.

Ab Scuol wird es hochalpin. Am vierten Tag liegen der Pass da Costainas, der Pass dal Fuorn und die Fuorcla del Gal direkt an deiner Linie, dazu der Lago di Livigno. Gegen Ende des Tages kommst du in die Nähe des Passo Trela und kratzt dabei an der Marke von zweitausenddreihundert Metern. Der fünfte Tag geht noch höher: Über den Passo Forcola di Livigno und die Fuorcla Minor erreichst du den höchsten Punkt der Tour, danach führt die Route am Lago Bianco entlang und knapp am Berninapass vorbei. Dieser Tag hat auch die meisten Abfahrtsmeter im Bereich S2. Der Lohn folgt zum Schluss. Am letzten Tag geht es über den Malojapass und dann fast nur noch bergab, vom Engadin bis an den Lago di Como. Du kommst nicht irgendwo an, sondern am See, in deutlich wärmerer Luft. Dieser Kontrast ist für mich das stärkste Argument für die Route.

Die Anforderungen solltest du ehrlich einschätzen. Über die Woche kommen fast neuntausend Höhenmeter zusammen, und fünf Tage liegen konditionell dicht beieinander. Einen echten Ruhetag gibt es nicht. Der letzte Tag hat kaum Anstiege, ist aber der längste. Technisch bleibt der Großteil im leichten Bereich, also auf Forstwegen, Schotter und gut fahrbaren Wegen. Trotzdem tauchen an mehreren Tagen kurze Passagen im Bereich S2 auf, nicht nur an den hohen Tagen, sondern auch schon am ersten. Am vierten Tag warten zudem Rampen, die so steil sind, dass Schieben keine Schande ist. Die Höhe spielt eine eigene Rolle: Oberhalb von zweitausend Metern wird die Luft dünner und das Wetter schneller. Du solltest also mehrere lange Tage hintereinander gut wegstecken und bergab auch auf losem Untergrund ruhig bleiben. Wer einen reinen Trailurlaub sucht, wird nicht jeden Tag glücklich, denn an manchen Tagen rollst du viel auf Asphalt und Radwegen. Wenn du dagegen genau diese Mischung aus Strecke, Höhe und Ankommen suchst, bist du hier richtig.

6
Etappen
Etappen
377
km
Distanz
8.817
hm
4.7
9.436
tm
S2
Alle Informationen zu dieser Tour
Übersichtskarte Von Füssen an den Comer See: Transalp über hohe Pässe, vorbei an vielen Seen
Höhenprofil Von Füssen an den Comer See: Transalp über hohe Pässe, vorbei an vielen Seen

Steigung

ø +4,7 %
0 %174,94 km
5 %64,38 km
10 %32,93 km
≥ 15 %2,90 km
Flach / bergauf275,15 km

Downhill-Schwierigkeit

S2
S073,42 km
S118,38 km
S28,37 km
S30,00 km
Ohne techn. Einstufung31,91 km
eingestuft 100,17 km76 % der Abfahrt
Gesamt Abfahrt132,08 km

Weg

Feld-/Waldweg Klasse 2108,60 km
Weg/Pfad (keine Kfz)66,88 km
Nebenstraße37,29 km
Feld-/Waldweg Klasse 3 (teilweise lose)30,24 km
13 weitere Wegarten · 132,76 km
Straße in Wohngebieten23,64 km
Feld-/Waldweg Klasse 1 (befestigt)23,12 km
Radweg21,93 km
Feld-/Waldweg14,43 km
Landesstraße13,37 km
Kreisstraße9,87 km
Bundesstraße9,61 km
Erschließungsweg7,34 km
Feld-/Waldweg Klasse 4 (überwiegend lose)6,35 km
Verkehrsberuhigter Bereich1,39 km
Feld-/Waldweg Klasse 5 (unbefestigt)1,05 km
Gehweg0,56 km
Fußgängerzone0,10 km
Unbekannt1,59 km
Gesamt bekannt375,77 km

Material

Asphalt121,14 km
Schotter56,35 km
Schotter (befestigt)51,10 km
Naturweg29,69 km
7 weitere Materialien · 40,50 km
Feinkies18,01 km
Naturweg (unbefestigt)15,97 km
Kies2,47 km
Befestigt1,59 km
Kopfsteinpflaster1,39 km
Gras0,57 km
Pflastersteine0,50 km
Unbekannt78,59 km
Gesamt bekannt298,78 km

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Etappen-Details

01

Füssen → Nassereith

Aus dem Allgäu nach Tirol, früh kräftige Anstiege und ein kurzes S2-Stück.

57,9 km

↑ 1.652 hm · ↓ 1.245 tm

ø 4,9 % · Fahrtechnik S2

02

Nassereith → Fiss

Härtester Konditionstag mit langem Schlussanstieg hinauf aufs Sonnenplateau nach Fiss.

68,7 km

↑ 1.738 hm · ↓ 1.509 tm

ø 5 % · Fahrtechnik S1

03

Fiss → Scuol

Viel Asphalt, entspanntes Rollen ins Unterengadin und Ankunft in Scuol.

61,2 km

↑ 1.620 hm · ↓ 1.262 tm

ø 4,2 % · Fahrtechnik S1

04

Scuol → Teola

Viel Pfad, giftig steile Rampen und lange Abfahrten auf Naturwegen.

53,0 km

↑ 1.704 hm · ↓ 1.630 tm

ø 5,4 % · Fahrtechnik S1

05

Teola → Silvaplana

Dach der Tour, schwierigste Abfahrten, dann lang hinunter ins Oberengadin.

56,6 km

↑ 1.437 hm · ↓ 1.510 tm

ø 5,4 % · Fahrtechnik S2

06

Silvaplana → Colico

Großes Finale: vom Engadin in weiten Abfahrten hinunter an den Comer See.

79,9 km

↑ 666 hm · ↓ 2.280 tm

ø 2,9 % · Fahrtechnik S2

Bilder
MTB Touren und Alpenüberquerung über den Blindsee Trail, Zugspitz-Region
MTB Mehrtagestour und Alpenüberquerung Passo Gallo, Livigno See
MTB Alpencross über Jufplaun und den Passo Gallo
Beste Reisezeit

Mein Zeitfenster für diese Tour liegt zwischen Mitte Juli und Mitte September. Der Grund ist die Höhe: Am vierten und fünften Tag bist du deutlich über zweitausend Metern unterwegs, am höchsten Punkt auf rund 2460 Metern. Dort halten sich Schneefelder oft länger, als man im Tal vermutet, und die Pfade brauchen nach dem Winter Zeit, um abzutrocknen.

Ein früher Termin Ende Juni kann klappen, birgt aber Risiken. Auf den hohen Abschnitten können noch Altschnee, nasse Wiesenpfade oder Schmelzwasser liegen, und manche Berghütten haben ihre Saison vielleicht noch nicht begonnen. Ein später Termin Ende September belohnt dich oft mit klarer Luft, ruhigeren Wegen und goldenem Licht im Engadin. Dafür sind die Tage kürzer, die Morgen im Oberengadin können frostig sein, und ein erster Wintereinbruch auf der Höhe ist möglich. Am Comer See ist es dann meist noch angenehm warm, was den Kontrast zum Start noch größer macht.

Im Hochsommer musst du mit Wärmegewittern rechnen, besonders am Nachmittag auf den hohen Etappen. Starte deshalb früh und sei zur Mittagszeit möglichst schon über die höchsten Punkte hinweg. Unabhängig vom Monat gilt: Prüfe vor der Abreise und unterwegs die aktuellen Wetter- und Wegbedingungen.

Tipps für deine Ankunft

Colico liegt ganz im Norden des Comer Sees, dort, wo die Berge der Valtellina und das Ufer aufeinandertreffen. Nach dem langen Abfahrtstag kommst du mit schweren Beinen und vermutlich staubigem Bike an, und genau dafür ist der Ort ideal. Mein erster Programmpunkt: direkt an die Seepromenade, Bike anlehnen, Schuhe aus und die Füße ins Wasser. Danach ein Gelato in der Hand und der Blick zurück auf die Berge, über die du gerade gekommen bist. Am Nachmittag frischt am Nordende des Sees häufig der Breva-Wind auf, weshalb du auf dem Wasser oft Windsurfer und Kiter siehst. Für Mountainbiker ist das der perfekte Zuschauersport, während der Körper langsam vom Rad- in den Urlaubsmodus schaltet.

Am frühen Abend gehört in Italien der Aperitivo einfach dazu. Ein Spritz oder ein kühles Bier, dazu ein paar Häppchen, und schon ist die erste Runde der Tourengeschichten eröffnet. Beim Abendessen würde ich auf die Küche der Region setzen. Aus der nahen Valtellina kommen Pizzoccheri, deftige Buchweizennudeln mit Kohl, Kartoffeln und Käse, die nach sechs Tagen im Sattel genau das Richtige sind. Dazu passen Bresaola als Vorspeise und Polenta. Wer etwas typisch Lokales vom See probieren möchte, fragt nach Missoltini, getrocknetem Fisch aus dem Comer See. Mein Tipp: Bestell großzügig, du hast es dir verdient.

Wenn du noch einen Tag dranhängst, lohnen sich kurze Abstecher ohne großen Anspruch. Die Abtei von Piona liegt auf einer Halbinsel ganz in der Nähe und ist mit lockeren Beinen gut erreichbar. Die Reste des Forte di Fuentes oberhalb der Ebene geben dir einen schönen Blick über das Nordende des Sees. Wer mag, setzt mit dem Schiff ein Stück über den See und schaut sich die Ortschaften am Ufer an. Für die Heimreise ist Colico praktisch, weil der Ort einen Bahnhof hat. Kläre die Mitnahme deines Bikes aber rechtzeitig vorher.

Transalp Füssen Comersee: Mein Fazit

Diese Transalp Füssen Comersee richtet sich an Bikerinnen und Biker, die eine echte Alpenüberquerung wollen und dabei mehr Wert auf Strecke und Landschaftswechsel legen als auf maximale Trailschwierigkeit. Du brauchst eine solide Grundkondition, denn fast jeden Tag kommen rund 1500 bis 1700 Höhenmeter zusammen. Fahrtechnisch reicht dir sicheres Fahren im Bereich S1, kombiniert mit der Ruhe, kurze S2-Stellen sauber zu meistern oder auch mal abzusteigen. Wer noch nie über zweitausend Metern gefahren ist, sollte sich bewusst sein, dass Höhe und Wetter dort eine eigene Herausforderung sind, unabhängig von der Technik.

Mich überzeugt vor allem der Aufbau. Die ersten Tage holen dich mit viel Schotter und Forstweg ab, verlangen aber schon ordentlich Kondition, besonders der lange Schlussanstieg hinauf nach Fiss. Der dritte Tag gönnt dir relativ entspanntes Rollen, bevor der vierte und fünfte Tag den hochalpinen Kern bilden: viel Pfad, steile Rampen, der höchste Punkt und die anspruchsvollsten Abfahrten. Dabei liegen die größte Technik und die größte Höhe auf demselben Tag, die härtesten Konditionstage aber woanders. Das macht die Woche abwechslungsreich, statt dich jeden Tag gleich zu fordern. Und das Finale mit dem langen Weg hinunter an den See ist einfach ein großartiges Gefühl.

Der Haken ist der Asphalt. Am dritten Tag und vor allem am letzten Tag rollst du lange auf Straßen, Radwegen und durch Wohngebiete. Wer sich das Finale als durchgehenden Trail vorstellt, wird enttäuscht sein. Dazu kommt die fehlende Pause: Sechs Tage am Stück ohne echten Ruhetag sind kein Spaziergang. Mein Urteil fällt trotzdem klar positiv aus. Diese Route ist ein ehrlicher, gut durchdachter Alpencross mit einem starken hochalpinen Mittelteil und einem Ziel, an dem sich das Ankommen richtig anfühlt. Wenn du Kondition mitbringst und Asphalt nicht scheust, würde ich sie dir ohne Zögern empfehlen.

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