Heckmair Route – Das Original: Alpencross mit harten Klettertagen, langen Abfahrten und technisch forderndem Auftakt
Von Oberstdorf nach Riva del Garda: Diese Alpenüberquerung verbindet lange Klettertage mit ausgedehnten Abfahrten und wechselt dabei immer wieder zwischen Asphalt, Schotter und Naturwegen. Gleich der Auftakt enthält schwierige Passagen, den höchsten Punkt des Trips erreichen Mountainbiker auf dem Weg nach Livigno, und zwischen Valfurva und Cedegolo gibt es eine besonders lange Abfahrt. Der Reiz liegt im Rhythmus aus kräftigen Auffahrten und langen Abfahrten, bis die Tour in Riva endet. Die letzten Etappen fordern die Beine noch einmal richtig.
Der Haken liegt in der Summe: Mehrere Tage bündeln lange, teils sehr steile Anstiege, besonders die Etappen nach Davos und nach Storo mit ihren kräftezehrenden Auffahrten. Wer diesen Trip plant, braucht eine belastbare Grundkondition für aufeinanderfolgende lange Tage im Sattel. Fahrtechnisch verlangt die Tour insgesamt mittleres Können; auf der ersten Etappe kommen schwierige Passagen hinzu, an anderen Tagen teils lose Wege und steile Abfahrten. Passend für erfahrene Mountainbiker mit Alpencross-Ambition, die auf losem Untergrund sicher unterwegs sind und lange Anstiege nicht scheuen.
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eMTB-Variante Nicht eMTB-geeignet
Diese Tour empfehlen wir nicht für das eMTB. Längere Schiebe- und Tragepassagen und fehlende Lademöglichkeiten auf einzelnen Etappen machen sie mit dem schweren Rad unpraktikabel. Deshalb bieten wir hierfür keinen eMTB-Track an.
Etappen-Details
01
Oberstdorf → Dalaas
Fordernder Auftakt mit technisch schwierigen Passagen und langer, steiler Abfahrt gegen Ende.
54,3 km
↑ 1.797 hm · ↓ 1.759 tm
ø 5,1 % · Fahrtechnik S3
02
Dalaas → Davos
Härtester Klettertag: steiler Start, sehr langer Hauptanstieg und steile Abfahrt.
59,6 km
↑ 2.849 hm · ↓ 2.129 tm
ø 7,7 % · Fahrtechnik S2
03
Davos → Livigno
Fahrtechnisch moderater, mit langen Anstiegen zum höchsten Punkt des Trips.
53,3 km
↑ 2.183 hm · ↓ 1.947 tm
ø 7,1 % · Fahrtechnik S1
04
Livigno → Valfurva
Steiler Einstieg zum frühen Hochpunkt, dann teils lose Wege und Nebenstraßen.
53,4 km
↑ 1.841 hm · ↓ 1.774 tm
ø 7 % · Fahrtechnik S2
05
Valfurva → Cedegolo
Ein langer Anstieg, dann ausgedehnte Abfahrt und viel Asphalt.
63,8 km
↑ 1.413 hm · ↓ 2.825 tm
ø 5,3 % · Fahrtechnik S1
06
Cedegolo → Storo
Sehr langer, steiler Anstieg direkt ab Start, danach lange Abfahrt.
56,7 km
↑ 2.242 hm · ↓ 2.314 tm
ø 8,4 % · Fahrtechnik NN.
07
Storo → Riva del Garda
Kein Ausrollen: viel Kletterarbeit, teils lose Wege und lange Abfahrten Richtung Riva.
49,0 km
↑ 2.412 hm · ↓ 2.736 tm
ø 15,4 % · Fahrtechnik S1
Bilder




Zusatzinformationen
Die Tour startet direkt mit einem der Alpencross-Highlights schlecht hin, dem Schrofenpass (1.688 m). Bereits nach knapp 20 km erreicht man den legendären Aufstieg. Die letzten 400 Meter sind besonders schmal. Die gefährlichsten Stellen sind zusätzlich mit einem Drahtseil gesichert. Zwar wurde die gefürchtete Leiter an einer unwegbaren Passage restauriert. Allerdings bleibt die Tragepassage eine Herausforderung. Sie ist nur bei absoluter Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zu empfehlen. Der anschließende Wanderweg liegt bereits in Österreich und führt im oberen Teil technisch anspruchsvoll ins Lechtal hinab.
Von Warth folgt man dem Lechtal über Lech und Zug bis zur Freiburger Hütte am Formarinsee. Zwischen Warth und Lech führt die Route über einen parallel zur Straße verlaufenden Weg am Lech entlang. Der Wanderweg ist ein schöner Mix aus Trails und Schotterwegen. Allerdings wird der Weg durch kurze Schiebestellen unterbrochen. Etappenziel ist die Freiburger Hütte.
Ab der Freiburger Hütte führt ein sehr feiner Singletrail in das Klostertal nach Dalaas. Und anschließend weiter hinauf zum Kristbergsattel und in das Silbertal mit dem Verwall. Ab Schruns geht es über 23 km und knapp 1.540 hm bergauf. Ab Gargellen steht der beschwerliche Anstieg zum Schlappiner Joch an. Zu Beginn ist der Weg bis zur Oberen Valzifenzalpe (1.850 m) noch gut fahrbar. Allerdings seit ein paar Jahren der Weg zum Schlappiner Joch (2.203 m) für MTB gesperrt. Rechtlich gesehen ist das Schieben des MTBs hoch zum Schlappiner Joch möglich. Ab 1.850 Metern ist das aufgrund der Steilheit des Wanderweges die einzig mögliche Option. Ab der Grenze in die Schweiz darf das Bike auf dem schönen und technischen Trail bis zum Schlappinsee und weiter bis ins Etappenziel Klosters gefahren werden.
Auf der Heckmair Route ist die dritte Etappe sicherlich eine der landschaftlich schönsten Etappen. Der Start in Klosters beginnt mit einem sportlichen Uphill bis zum Davosersee. Davos wird jedoch weitestgehend in Richtung dem malerischen Dischmatal umfahren. Ab dem Dürrboden (2.004 m) beginnt der Anstieg zum Scalettapass. Der Uphill ist stellenweise steil und verblockt. Je nach Kondition dauert die Schiebepassage ca. 1,5 Std. Ab dem Scalettapassa führt ein schöner, gut ausgebauter Singletrail hinunter bis zur Alp Funtauna. Das Etappenziel ist der Ort S-chanf im malerischen Engadin am Rande des Schweizer Nationalparks.
Die vierte Etappe der Heckmair Route führt über den Alpenhauptkamm von der Schweiz über Livigno nach Bormio in Italien. Das Val Chaschauna ist sicherlich ein Natur-Highlight auf dieser Route. Ein neu angelegter Trail hat dem Weg zum Glück seine Härte genommen. Daher lässt sich der Uphill bis zur Passhöhe auf 2.694 m inzwischen sehr gut fahren. Ab Livigno führt ein herrlicher Wanderweg über den Passo di Valle Alpisella zum Lago di Cancano.
An den Torri di Fraèle bietet sich ein beeindruckender Blick auf die mit 17 Kehren bergauf führende Straße. Diese Straße wurde einst für den Bau der Stauseen gebaut und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Der kurze kurzen Downhill auf der Straße kann immer wieder über einen kreuzenden Wanderweg abgekürzt werden. Das Etappenziel ist Bormio mit seinem schönen historischen Ortskern ist.
Etappe fünf der Heckmair Route – Das Original führt über Gaviapass in die Lombardei in Italien. Diese Etappe gleicht eher einer Giro D’Italia Etappe. Denn sie führt gnadenlos über die Passstraße über den Gaviapass von Bormio nach Pezzo. Hinter Pezzo erreicht man den Talradweg zum Etappenziel Edolo.
Eine gnadenlose MTB Legende
Die Heckmair Route wird an der sechsten Etappe ihrem legendärem Ruf mehr als gerecht. Auf Heckmairs Spuren erwartet dich im Naturpark Adamero Brenta trotz harter Arbeit eine wunderschöne Etappe mit beeindruckenden Landschaften. Sowie einem einsamen Bergerlebnis. Allerdings ist die knapp 4 Std. dauernde Trage- und Schiebepassage über den Passo di Campo extrem anspruchsvoll. Das Teilstück ist im Uphill nahezu fahrbar.
Für die meisten Biker gilt das auch für den anstehenden Downhill zum Lago di Bissina. Denn der Singletrail zum Stausee ist ein waschechter und teilweise enorm verblockter Wanderweg. Hier muss je nach Fahrtechnikdas Mountainbike knappe 2 Std. bis zum Stausee geschoben werden. Auf dieser Etappe wird selbst der größte Heckmair Route Fan an seine Grenzen kommen. Von dieser Routenführung kann man eigentlich nur abraten. Sie ist sinnvoll nur zum Wandern gedacht.
Ebenfalls sollten die Wasservorräte rechtzeitig aufgefüllt werden. Der letzte Brunnen befindet sich in La Rasega, kurz vor dem Wald hinauf zum Passo di Campo (2.298 m). Diese Wasserstelle sollte zwingend zum Auffüllen genutzt werden! Denn ab hier gibt es keinen tropfen Wasser mehr. Am Ende der Etappe geht es über schmale Bergstraßen knapp 25 km bis zum Etappenziel Pieve di Bono Prezzo hinab.
Vergleichstabelle der Alpencross-Klassiker
| Transalp | Schwierigkeit (Singletrail-Skala) | Schiebe-/Tragepassagen | Anteil an Singletrails | Landschaftserlebnis | Schwierigkeit Uphill | Anzahl der Etappen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Marvin-Route | leicht (S1) bis mittelschwer (S2) | niedrig | Niedrig | Sehr gut | anspruchsvoll | 7 |
| Heckmair-Route | mittelschwer (S2) bis schwer (S3) | sehr hoch | hoch | Exzellent | Extrem | 7 |
| Albrecht-Route | mittelschwer (S2) | mittel | Mittel | Sehr gut | sehr anspruchsvoll | 7 |
| Joe-Route | mittelschwer (S2) | hoch | hoch | Exzellent | sehr anspruchsvoll | 7 |
Unsere Vergleichstabelle soll dir bei deiner Entscheidung helfen, welche Transalp am besten zu deinen persönlichen Präferenzen und Fähigkeiten passt. Jede hat ihre eigenen Vorzüge und Herausforderungen, sodass für jeden Typ von Mountainbiker etwas dabei ist.







