Transalp-Klassiker: Die Albrecht-Route mit dem Mountainbike
Die Albrecht-Route zählt heute zu den absoluten Klassikern unter den Alpenüberquerungen für Mountainbiker. Entwickelt vom Transalp-Pionier Andreas Albrecht, führt die Strecke in sieben abwechslungsreichen Etappen von Garmisch-Partenkirchen quer durch die Alpen bis an den Gardasee nach Riva del Garda. Sie bietet eine perfekte Balance aus sportlicher Herausforderung, überwältigendem Panorama und einem außergewöhnlich hohen Fahrspaß. Das Besondere an dieser Route ist ihre durchdachte Streckenführung: Im Gegensatz zu extremeren Klassikern wie der Heckmair-Route kommen Mountainbiker auf der Albrecht-Route mit einem Minimum an kräftezehrenden Schiebe- und Tragepassagen aus. Der Fokus liegt klar auf flüssig zu fahrenden Uphills über Forst- und Almwege sowie auf aussichtsreichen Hochgebirgspässen und abwechslungsreichen Abfahrten.
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eMTB-Variante Bedingt eMTB-geeignet
Die Tour ist nur bedingt mit dem eMTB fahrbar. Abschnittsweise gibt es Schiebe- oder Tragepassagen, die mit dem eMTB nicht optimal sind. Oder entlang der Route befinden sich abschnittsweise wenige bis keine Lademöglichkeiten.
Gleiche Strecke und gleiche Etappen wie der reguläre GPX-Track dieser Tour, zusätzlich mit Lademöglichkeiten entlang der Route.
Etappen-Details
01
Garmisch-Partenkirchen → Landeck
Ein ideales Auftaktstück durch das Inntal und über den Fernpass nach Tirol.
77 km
↑ 1.076 hm · ↓ 991 tm
ø 2,3 % · Fahrtechnik S0
02
Landeck → Valsot
Hochgebirgsetappe durch das Verwalltal über die Heilbronner Hütte.
81 km
↑ 2.737 hm · ↓ 1.251 tm
ø 4,8 % · Fahrtechnik S0
03
Valsot → Val Müstair
Der Grenzübertritt in die Schweiz besticht durch das idyllische Unterengadin.
57 km
↑ 1.566 hm · ↓ 2.177 tm
ø 5,0 % · Fahrtechnik S3
04
Val Müstair → Sondalo
Das absolute Highlight begeistert mit dem Passo di Costainas und dem Val Mora.
82 km
↑ 1.910 hm · ↓ 2.706 tm
ø 5,2 % · Fahrtechnik S1
05
Sondalo → Pezzo
Eine alpine Hochgebirgsetappe mit dem Anstieg zum legendären Passo di Gavia.
40 km
↑ 2.054 hm · ↓ 1.346 tm
ø 7,9 % · Fahrtechnik S2
06
Pezzo → Campo Carlo Magno
Vorbei am Adamello-Massiv geht es mitten in das Panorama der Brenta-Dolomiten.
57 km
↑ 2.147 hm · ↓ 2.063 tm
ø 7,7 % · Fahrtechnik S3
07
Campo Carlo Magno → Riva del Garda
Die Schlussetappe belohnt am Passo del Ballino mit dem ersten Blick auf den Gardasee.
62 km
↑ 1.522 hm · ↓ 3.123 tm
ø 6,4 % · Fahrtechnik S1
Bilder




Zusatzinformationen
Die Abfahrt von der Neuen Heilbronner Hütte ist leider reine Forstautobahn. Kein Trail weit und breit. Auch die Variante über das Zeinisjoch verbessert den Downhill nicht signifikant. Den Ärger über die vielen trailfreien Tiefenmeter zieht sich bis zum Etappenziel auf der Bodenalpe oder der Heidelberger Hütte durch. Allerdings wird man ab Ischgl mit einer steilen Rampe konfrontiert, die den Ärger dann auf sich zieht. Die Rampe führt unangenehm in das Fimbertal hinein. Erst ab der Mittelstation wird der Uphill angenehmer zu fahren.
Die Heidelberger Hütte ist die letzte Einkehrmöglichkeit vor dem Fimberpass. Ab hier muss man ca. eine Stunde sein Mountainbike schieben. Allerdings wird diese Mühe mit einem der besten Trails der Alpen belohnt. Dieser Übergang mit dem fahrtechnisch anspruchsvollen Trail ist eine der lohnenswertesten Varianten einer MTB Alpenüberquerung. Ab Scuol führt die Albrecht Route dann weiter über den Pass da Costainas zum Etappenziel nach Tschierv.
Auf der nächsten Etappe durchquert man einen Teil des Schweizer Nationalparks. Hier ist der Name Programm: saftig grüne Wiesen, urige Einkehrmöglichkeiten und teils unberührte Natur. Jedoch verlässt man die Schweiz nach kurzer Zeit über das traumhafte Val Mora und den Passo Val Mora (2.127 m) wieder nach Italien. Hinter dem Val Mora geht es zu dem gut ausgeschilderten Stauseen Lago di San Giacomo di Fraele und Lago di Cancano. Der weitere Verlauf der Albrecht Route führt über den landschaftlich sehr schönen Passo di Verva und Eita nach Grosio.
Hinter Grosio wartet anschließend der lange und harte Uphill zum Gaviapass. Ab Le Prese ist das gemütliche Einfahren dann vorbei. Zuerst führt die Straße noch vergleichsweise sanft über die Serpentinen hinauf. Im weiteren Verlauf wird es auf einem alten Karrenweg immer anspruchsvoller und steiler zu fahren. Hinter dem Rifugio La Baita zieht sich der Weg dann noch anstrengend zäh bis zur Straße in Richtung Gaviapass (2.621 m).
Direkt hinter dem landschaftlich traumhaft schönen Gaviapass führt die Straße auf vielen Serpentinen zum Etappenziel nach Pezzo. Den dunklen Straßentunnel kann man dabei übrigens auf der rechten Seite umfahren. Auf der folgenden Etappe führt die Straße zuerst nach Case di Viso. Anschließend führt ein alter Militärweg anstrengende 800 Höhenmeter zum Rifugio Bozzi hinauf. Und ab hier schiebend auf die Montozzo-Scharte. Die wenigen Höhenmeter bis zur Scharte sind allerdings ein hartes Stück Arbeit. Gefühlt schiebt man sein Mountainbike senkrecht den Weg hinauf. Der folgende Trail hinab über den Lago di Pian Palu ist ein MTB-Trail mit dem Prädikat Weltklasse! Dieser technisch anspruchsvolle und sehr abwechslungsreiche Naturtrail ist neben dem Fimberpass das Trail-Highlight dieser Alpenüberquerung.
Es folgt eine lange Fahrt über einen Radweg durch das Val di Sole. Es ist eine der vielen zähen Transitpassagen, die die Albrecht Route für trailfreudige Alpencrosser doch recht unattraktiv machen. In Dimaro folgt dann der letzte Uphill zum Etappenziel Madonna di Campiglio. Der lange, zähe und teils steile Uphill durch den Wald sollte man nicht unterschätzen. Schier endlos zieht sich die Auffahrt in den Skiort in den Brenta Dolomiten.
Das Finale dieser Alpenüberquerung führt ab Madonna di Campiglio an den Gardasee. Auf dem Papier kann man es auf der letzten Etappe relativ gemütlich angehen lassen. Jedoch folgt nach dem Start schnell eine Schiebepassage auf den Bärenpass hinauf. Anschließend geht es sehr schön durch die Brenta bergab bis zum Ziel der Albrecht Route, dem Gardasee.
Start und Anreise Garmisch-Partenkirchen
Dank der Albrecht Route hat sich Garmisch als Startort für viele Alpencrosser etabliert. Allerdings startet man auf dieser Strecke über längere Transitstrecken auf Asphalt oder Forstweg. Das macht den Startort nicht attraktiv für eine traillastige Transalp. Für die Anreise nach Garmisch empfehlen wir die Bahn. Das ist unkompliziert und hat den Vorteil, dass du deinen Rückweg vom Gardasee zurück nach nicht nach Garmisch-Partenkirchen planen musst. Sondern du kannst eine direkte Heimreise planen. Ebenfalls schont die Anreise mit der Bahn die Umwelt. Bei der Anreise mit der Bahn solltest du frühzeitig einen Platz inklusive Fahrradmitnahme buchen. Einige Zugverbindungen sind derart überfüllt, dass es sein kann, dass du einige Stunden warten musst.
Vergleichstabelle der Alpencross-Klassiker
| Transalp | Schwierigkeit (Singletrail-Skala) | Schiebe-/Tragepassagen | Anteil an Singletrails | Landschaftserlebnis | Schwierigkeit Uphill | Anzahl der Etappen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Marvin-Route | leicht (S1) bis mittelschwer (S2) | niedrig | Niedrig | Sehr gut | anspruchsvoll | 7 |
| Heckmair-Route | mittelschwer (S2) bis schwer (S3) | sehr hoch | hoch | Exzellent | Extrem | 6 |
| Albrecht-Route | mittelschwer (S2) | mittel | Mittel | Sehr gut | sehr anspruchsvoll | 7 |
| Joe-Route | mittelschwer (S2) | hoch | hoch | Exzellent | sehr anspruchsvoll | 7 |







