5 Etappen · Graubünden · Rundtour

Abwechslungsreiche 5-Tage Alpenrundtour über den Berninapass

Jede Ride With Love-Tour ist vor Ort gefahren und nicht am Rechner gezeichnet. Du musst nicht recherchieren, keine Tracks zusammenschneiden und keine Etappen selbst rechnen: Route, Tagesabschnitte, Höhenprofile und Versorgungspunkte liegen nach dem Kauf fertig im Trip Planner. Von dort passt du nur noch an, was zu deiner Reise gehört.

Abwechslungsreiche Bernina Alpenrundtour vom Münstertal über Engadin und Veltlin, mit langen Anstiegen und hochalpinen Singletrails

Die Bernina Alpenrundtour hat etwas Seltenes: Du startest und endest im Val Müstair und fährst dazwischen durch Landschaften, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Schon der erste Tag reiht Übergang an Übergang. Über den Pass dal Fuorn und die Fuorcla del Gal geht es zum Lago di Livigno, bevor dich der Passo di Alpisella nach Livigno hinunterschickt. Danach wechselst du ins Oberengadin nach Pontresina. Am folgenden Tag rollst du am Lago Bianco vorbei und passierst den Aussichtspunkt Alp Grüm, ehe die Route regelrecht ins Veltlin nach Tirano fällt. Dort warten Weinberge und südliche Wärme. Über Bormio schließt sich der Kreis, und der Schlusstag sammelt noch einmal Namen: Passo Torri di Fraele, die Stauseen Lago di Cancano und Lago di San Giacomo, dann Passo di Fraele und Passo di Val Mora als Weg zurück ins Münstertal. Mich überzeugt diese Dramaturgie: Hochgebirge und Süden im Rhythmus einer Woche, mit Sprachwechsel und jeden Abend einem Ort mit eigenem Charakter. Einige Abfahrten ziehen sich über viele hundert Höhenmeter, so zahlt sich die Arbeit am Berg spürbar aus.

Leicht ist das trotzdem nicht. Über fünf Tage kommen rund 8000 Höhenmeter bergauf zusammen, verteilt auf Etappen um die 50 Kilometer. Konditionell fordert dich der erste Tag am meisten. Der höchste Punkt der Woche liegt dagegen am zweiten Tag deutlich über 2500 Metern, wo die Luft merklich dünner wird. Fahrtechnisch liegt der Schwerpunkt ab Pontresina: Die Etappen nach Tirano, nach Bormio und zurück ins Münstertal sind mit S2 eingestuft. Der Tag ins Veltlin verliert außerdem enorm viele Höhenmeter und verlangt saubere Bremsarbeit. Auf dem Weg nach Tirano wartet zudem ein kurzes Stück, das klar über das sonstige Niveau hinausgeht und das du im Zweifel schiebst. Auch bergauf gibt es einzelne Rampen, die so steil sind, dass Absteigen keine Schande ist. Die Tour passt zu dir, wenn du S2 sicher fährst, mehrere lange Anstiege hintereinander verkraftest und eine steile Passage zu Fuß gelassen nimmst. Für Einsteiger ist das zu viel. Für erfahrene Tourenfahrer mit Lust auf Abwechslung ist es ein echtes Stück Alpen.

Ein weiteres, unvergessliches Highlight dieser Tour ist zudem die Fahrt mit der Rhätischen Bahn von Tirano hinauf zum Berninapass.

5
Etappen
Etappen
245
km
Distanz
8.059
hm
6.1
9.878
tm
S2
Alle Informationen zur Bernina Alpenrundtour
Übersichtskarte Eine abwechslungsreiche Alpenrunde vom Münstertal über Engadin und Veltlin zurück, mit langen Anstiegen und anspruchsvollen Abfahrten für erfahrene Fahrer.
Höhenprofil Eine abwechslungsreiche Alpenrunde vom Münstertal über Engadin und Veltlin zurück, mit langen Anstiegen und anspruchsvollen Abfahrten für erfahrene Fahrer.

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Etappen-Details

01

Val Müstair → Livigno

Langer Auftakt mit kräftigem Startanstieg und stetem Auf und Ab bis Livigno.

47,7 km

↑ 1.975 hm · ↓ 1.534 tm

ø 6,7 % · Fahrtechnik S1

02

Livigno → Pontresina

Ein großer Anstieg zum Wochenhochpunkt, danach lange Abfahrt Richtung Engadin.

52,0 km

↑ 1.348 hm · ↓ 1.270 tm

ø 4,5 % · Fahrtechnik S1

03

Pontresina → Tirano

Technischster Tag: vom Engadin über Pfade steil hinunter ins warme Veltlin.

49,5 km

↑ 1.751 hm · ↓ 3.218 tm

ø 7,2 % · Fahrtechnik S2

04

Tirano → Bormio

Langer Anstieg aus dem Tal, dann ruppige Pfadabfahrten Richtung Bormio.

51,9 km

↑ 1.658 hm · ↓ 2.703 tm

ø 7,5 % · Fahrtechnik S2

05

Bormio → Val Müstair

Gleichmäßiger Aufstieg auf Schotter und Nebenstraßen, zügige Schlussabfahrt ins Münstertal.

43,7 km

↑ 1.327 hm · ↓ 1.153 tm

ø 4,9 % · Fahrtechnik S2

Bilder
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Lago di Cancano - MTB Mehrtagestouren und Alpencross Bormio
Beste Reisezeit

Das optimale Zeitfenster für diese Runde liegt zwischen Mitte Juli und Ende September. Der Grund ist die enorme Spannweite der Höhen: Am zweiten Tag kletterst du auf rund 2700 Meter, und auch die anderen Hochpunkte liegen über 2200 Metern. Tirano dagegen liegt tief unten im Veltlin. Oben braucht es Zeit, bis Schneefelder verschwinden und Pfade abtrocknen, unten kann es im Hochsommer richtig heiß werden.

Ein früher Termin Anfang Juli bringt lange Tage und saftige Almwiesen. In den höchsten Lagen und an schattigen Hängen kann dann aber noch Altschnee liegen. Spät im September wird die Luft klar, im Veltlin wird es angenehmer, und die Lärchen beginnen sich zu verfärben. Dafür sind die Tage kürzer, die Morgen in Livigno und Pontresina frisch, und ein Wetterumschwung kann oben schnell Schnee bringen. Ich würde die zweite Augusthälfte oder die erste Septemberhälfte wählen.

Praktisch heißt das: Starte am Tag nach Tirano früh, damit du die lange Abfahrt nicht in der größten Mittagshitze beendest. Pack für die Hochlagen eine warme Schicht und guten Regenschutz ein. Kurz vor der Abreise lohnt ein Blick auf die aktuellen Wetter- und Wegbedingungen im Engadin und im Veltlin.

Tipp ab Tirano: die Etappe beginnt mit der Fahrt mit der Rhätischen Bahn zum Berninapass. Es muss die Regionalbahn sein, nicht der Bernina Express, denn im Bernina Express ist kein Fahrradtransport möglich. Die Stellplätze für Bikes sind begrenzt, eine Reservierung empfehlenswert. Nimm die erste Verbindung des Tages, sonst wird es zeitlich knapp.

Tipps für deine Ankunft

Am Ende rollst du zurück ins Val Müstair, das Tal ganz im Osten Graubündens, das sich zum Vinschgau hin öffnet. Nach Tagen zwischen Engadiner Hochtälern, Veltliner Wärme und Bormio wirkt das Münstertal ruhig, fast bescheiden: kleine Dörfer, Wiesen, ein Bach im Talgrund und kaum Trubel.

Mein Tipp für den ersten Programmpunkt: Fahr oder geh nach Müstair zum Kloster St. Johann. Die Klosteranlage gehört zum UNESCO-Welterbe und ist für ihre frühmittelalterlichen Wandmalereien bekannt. Du musst kein Kunsthistoriker sein, um zu spüren, wie alt dieser Ort ist. Genau das passt nach einer Woche, in der Puls, Bremspunkte und Linienwahl jede Minute bestimmt haben.

Bernina Alpenrundtour – Mein Fazit

Diese Runde ist für dich, wenn du schon ein paar Alpentouren hinter dir hast, S2 ohne Nervosität fährst und an fünf Tagen in Folge mehrere Stunden bergauf treten willst. Wer gerade erst vom Forstweg auf die ersten Pfade wechselt, ist hier eher überfordert.

Mich überzeugt, wie die Anforderungen auf verschiedene Tage verteilt sind. Konditionell fordert dich gleich der erste Tag mit fast zweitausend Höhenmetern. Die Höhe kommt am zweiten Tag mit rund 2700 Metern, und das fahrtechnische Gewicht liegt auf den Etappen nach Tirano und Bormio. So bekommst du nicht alles auf einmal. Dazu kommen Abfahrten, die richtig lang sind: Am Tag ins Veltlin verlierst du über 3000 Höhenmeter, und am zweiten Tag zieht sich eine Abfahrt über rund 900 Höhenmeter. Das ist der Lohn, für den man solche Touren fährt.

Der Haken liegt am dritten Tag. Dort steckt ein kurzes Stück auf S4-Niveau, das deutlich über dem Rest liegt, und die steilen Abfahrten gehen auf Bremsen und Unterarme. Wer müde ankommt, fährt hier schnell unsauber. Dazu kommen einzelne Rampen bis knapp dreißig Prozent, die du vermutlich schiebst. Die letzte Etappe läuft außerdem streckenweise über Nebenstraßen, was nach den Pfadtagen etwas zahm wirkt.

Mein Urteil: eine sehr stimmige Alpenrunde mit klarem Charakter und echtem Landschaftswechsel. Sie verlangt Respekt, ist aber nicht unfair. Ich würde sie fahren, mit frischen Bremsbelägen und der Gelassenheit, das kurze S4-Stück einfach zu schieben.

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