Vom Brenner bis ins Etschtal: eine Südtirol-Durchquerung mit alpinen Übergängen, steilen Rampen und langen Trails
Diese Tour beginnt am Brenner, wo Österreich und Südtirol direkt aneinanderstoßen, und endet zwischen Apfelgärten im Etschtal. Dazwischen liegen Ridnaun, Schneebergscharte, Passeier, die Hänge über Meran und zum Schluss der Abstieg ins breite Tal. Neben den technischen Singeltrails liegt der Charme dieser MTB 5-Tagestour in der Abwechslung: Almwiesen und hochalpine Übergänge, dann Kastanienhaine, Weinberge und das mediterrane Meraner Becken. Vor allem bergab schenkt dir diese MTB-Mehrtagestour viel. Du baust Höhe auf, um sie über lange, teils sehr steile Abfahrten wieder abzugeben, und verlierst über die Woche spürbar mehr Höhe, als du erkämpfst.
Leicht wird es trotzdem nicht. Auf fünf Tagen kommen rund achttausend Höhenmeter zusammen, einzelne Anstiege ziehen sich über mehr als tausend Meter, und mindestens eine Rampe zwingt auch starke Fahrer vom Rad. Technisch reicht das Spektrum von entspanntem Schotter bis zu kurzen S3-Passagen mit Stufen und losem Untergrund. Die Tour passt zu dir, wenn du mehrtägige Alpentouren kennst, lange Anstiege gleichmäßig durchziehst und steiles, verblocktes Gelände sicher fährst oder ohne Stolz ein Stück schiebst.
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eMTB-Variante Bedingt eMTB-geeignet
Die Tour ist nur bedingt mit dem eMTB fahrbar. Abschnittsweise gibt es Schiebe- oder Tragepassagen, die mit dem eMTB nicht optimal sind. Oder entlang der Route befinden sich abschnittsweise wenige bis keine Lademöglichkeiten.
Gleiche Strecke und gleiche Etappen wie der reguläre GPX-Track dieser Tour, zusätzlich mit Lademöglichkeiten entlang der Route.
Etappen-Details
01
Gries am Brenner → Mareit
Langer Auftakt-Anstieg vom Brenner, danach eine große Abfahrt Richtung Ridnaun.
42,0 km
↑ 1.481 hm · ↓ 1.632 tm
ø 6,7 % · Fahrtechnik S2
02
Mareit → Moso In Passiria
Königsetappe: brutal steiles Hochgebirgsjoch, dann lange, technische Abfahrt ins Passeier.
31,1 km
↑ 1.681 hm · ↓ 1.785 tm
ø 10,4 % · Fahrtechnik S3
03
Moso In Passiria → Saltaus
Kürzere Anstiege, aber eine sehr steile, anspruchsvolle Abfahrt nach der Mittagshöhe.
39,0 km
↑ 1.602 hm · ↓ 2.109 tm
ø 9,6 % · Fahrtechnik S3
04
Saltaus → Scena
Größter Konditionstag mit endlosem Anstieg und steilem Schlussabstieg nach Schenna.
34,2 km
↑ 2.236 hm · ↓ 1.787 tm
ø 10,2 % · Fahrtechnik S2
05
Scena → Vilpian
Sanfter Anstieg, dann steile, stellenweise technische Abfahrt hinunter ins Etschtal.
37,0 km
↑ 1.331 hm · ↓ 2.009 tm
ø 7,2 % · Fahrtechnik S3
Bilder




Beste Reisezeit
Das optimale Zeitfenster für diese Tour liegt zwischen Mitte Juli und Anfang Oktober. Der Grund ist die zweite Etappe: Sie führt auf rund 2.650 Meter, also in eine Höhe, in der auf Nordseiten und in Rinnen bis weit in den Frühsommer Schneereste liegen können. Gleichzeitig endet die Tour im Etschtal, das im Hochsommer richtig heiß werden kann.
Ein früher Termin Ende Juni bringt lange Tage und grüne Almen, aber auch das Risiko, dass du am höchsten Punkt über Altschnee oder durchweichte Wege musst. Im August bist du oben meist gut dran, unten im Tal bei Meran und Vilpian dafür in der Hitze, und nachmittags bauen sich im Gebirge gern Gewitter auf. Für mich ist der September der schönste Kompromiss: kühlere Luft im Tal, oft klare Fernsicht, dafür kürzere Tage und frischere Morgen in der Höhe.
Mein Planungstipp: Starte auf der Königsetappe früh, damit du den hohen Übergang vor möglichen Nachmittagsgewittern hinter dir hast und die lange Abfahrt nicht unter Zeitdruck fährst. Pack auch im Spätsommer eine warme Schicht ein. Und prüf kurz vor der Abreise die aktuellen Bedingungen für die hohen Abschnitte.
Tipps für deine Ankunft
Vilpian ist kein Postkartenort, und genau das mag ich am Ziel dieser Tour. Das Dorf gehört zur Gemeinde Terlan und liegt auf dem flachen Talboden der Etsch zwischen Meran und Bozen, umgeben von Apfelplantagen und mit den Weinhängen im Rücken. Nach Tagen voller Höhenmeter bist du plötzlich im breiten, warmen Tal, wo es kaum noch bergauf geht.
Der Kontrast zum letzten Tag ist deutlich: Morgens kurbelst du noch hinauf, am Ende stehst du nach einer steilen, stellenweise technischen Abfahrt mit müden Unterarmen zwischen Obstbäumen. Mein erster Programmpunkt nach der Ankunft wäre deshalb bewusst ruhig. Stell das Rad ab, zieh frische Sachen an und geh ein Stück zu Fuß durch die Obstwiesen hinaus Richtung Etsch. Wer die Beine lieber locker ausrollt, findet am Fluss den flachen Radweg, der das Tal begleitet.
Danach würde ich mir ein Glas Wein aus der Gegend gönnen, denn Terlan ist für seine Weißweine bekannt, und dazu einfach auf die Hänge schauen, über die du heruntergekommen bist. Praktisch ist außerdem der Bahnhof an der Strecke zwischen Meran und Bozen: Von dort kommst du unkompliziert weiter zur Heimreise oder für einen Abend in einer der beiden Städte.
Mein Fazit
Diese MTB 5-Tagestour ist etwas für erfahrene Tourenfahrer, die mehrere lange Bergtage hintereinander wegstecken und in steilem, losem Gelände nicht nervös werden. Wer seine erste Alpentour plant oder bergab eher auf breiten Wegen zu Hause ist, sollte sich lieber eine leichtere Route suchen.
Mich überzeugt, wie ehrlich die Tour ihre Belastungen verteilt. Der höchste Punkt und die heftigste Rampe mit Spitzen um die 39 % liegen auf der zweiten Etappe, gefolgt von einer Abfahrt über rund 1.650 Höhenmeter mit S3-Anteilen. Der größte Konditionstag kommt dagegen erst mit der vierten Etappe: ein Anstieg über rund 1.500 Höhenmeter am Stück, dann zum Schluss ein sehr steiler Abstieg nach Schenna. Höhe, Kondition und Technik fordern dich also an unterschiedlichen Tagen, und genau das macht die Woche abwechslungsreich statt eintönig hart.
Der Haken: Zwischen den schönen Passagen gibt es immer wieder Asphalt, am letzten Tag auch ein Stück Landesstraße. Das ist der Preis für eine Route, die ganze Täler verbindet, und es fühlt sich nach den Höhenlagen manchmal zäh an. Dazu kommt, dass die S3-Stellen eher kurz, aber verteilt auftauchen. Du brauchst also jeden Tag Konzentration bis ganz nach unten, auch wenn die Gesamtnote einer Etappe harmloser klingt.
Mein Urteil: eine starke, landschaftlich sehr abwechslungsreiche Südtirol-Route mit echtem Hochgebirgsmoment und viel Abfahrtsgewinn. Ich würde sie jedem empfehlen, der konditionell gut vorbereitet ist und steiles Gelände beherrscht. Plane Reserven für die Königsetappe ein, nimm dir genug Zeit, und du wirst mit einem der schönsten Wege vom Brenner hinunter ins Etschtal belohnt.







