Von Tux nach Brixen: Alpencross in 7 Etappen von Joch zu Joch bis tief in die Dolomiten
Dieser Alpencross von Tux nach Brixen verbindet das Tuxertal mit Brixen und führt dich über den Alpenhauptkamm nach Südtirol und weiter in die Dolomiten. Du fährst nicht einfach einmal über die Berge und rollst dann aus. Die Route wechselt mehrmals Tal und Gebirge, und genau das macht ihren Reiz aus. Schon am ersten Tag folgst du ab Hintertux der MTB-Route hinauf zum Tuxer Joch. Danach gibst du fast die ganze Höhe in einer langen Abfahrt wieder ab, teils auf dem Schmirntalradweg. Später kommen das Pustertal, das Pragser Gebiet und das Gadertal dazu, bevor das Eisacktal den Schlusspunkt setzt. Für dich heißt das: Jeder Tag hat eine eigene Landschaft und ein eigenes Gesicht. Mich überzeugt vor allem, dass die Tour im Ziel nicht verpufft. Der letzte Tag nach Brixen hat wenig Anstieg und viel Abfahrt. Du verdienst dir das Finale über sechs Tage, und dann geht es überwiegend bergab.
Die Highlights entstehen aus dem Wechsel von Jöchern und Bergseen. Am zweiten Tag liegt der Obernberger See direkt an der Strecke, danach folgst du ein Stück dem Pflerscher Höhenweg. Danach geht es lange und steil bergab, und dort brauchst du sichere Bremskontrolle. Der höchste Punkt der Woche ist das Pfunderer Joch mit gut 2.500 Metern. Du erreichst es am dritten Tag nach einem langen, sehr steilen Anstieg. Danach folgt die längste Abfahrt der Tour mit rund siebzehnhundert Höhenmetern, ein gutes Stück davon auf dem Traumpfad München–Venedig. Auf diesem Wanderweg musst du mit Fußgängern rechnen. In den Dolomiten reihen sich Kreuzjoch, Pragser Wildsee, Plätzwiese, die Fanes-Wasserfälle, der Lé de Limo, das Gömajoch und das Würzjoch an deiner Linie auf. Ehrlich eingeordnet: Viele Kilometer verlaufen auf Asphalt, Schotter und Forstwegen. Das ist kein reiner Trail-Urlaub. Dafür kommst du zügig voran und sparst Kraft für die schweren Stellen.
Die Anforderungen sind hoch, und zwar auf drei Ebenen. Konditionell sammelst du in einer Woche gut elftausend Höhenmeter, und kein Tag ist ein echter Ruhetag. Mehrere Anstiege sind lang und steil, einzelne Rampen zwingen dich vermutlich vom Rad. Auch die Höhe spielt mit. An mehreren Tagen bist du deutlich über zweitausend Metern unterwegs, und dort können Wetter und Temperatur schnell umschlagen. Fahrtechnisch liegt die Tour insgesamt im Bereich S2, doch einzelne Abschnitte gehen darüber hinaus. Am dritten und am letzten Tag gibt es kurze Stellen im Bereich S3. Am sechsten Tag kommt eine kurze, sehr schwere Passage dazu, die die meisten schieben werden. Die Tour passt deshalb zu dir, wenn du schon mehrere Tage am Stück in den Alpen gefahren bist. Du solltest lange Anstiege kennen und in schwierigem Gelände ruhig bleiben. Für den ersten Alpencross ist sie eher zu viel. Erfahrenen Tourenfahrern bietet sie viel Abwechslung, weil jedes Joch wieder ein neues Tal öffnet.
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Die Tour ist gut mit dem eMTB fahrbar. Die Wege sind durchgehend fahrbar, ohne nennenswerte Schiebe- oder Tragepassagen. Entlang der Route gibt es ausreichend viele Lademöglichkeiten.
Gleiche Strecke und gleiche Etappen wie der reguläre GPX-Track dieser Tour, zusätzlich mit Lademöglichkeiten entlang der Route.
Alpencross von Tux nach Brixen: Etappen-Details
01
Tux → Innsbruck-Land
Langer Auftaktanstieg aus dem Tuxertal, danach eine lange, flüssige Abfahrt.
43,1 km
↑ 1.644 hm · ↓ 1.759 tm
ø 8,6 % · Fahrtechnik S1
02
Innsbruck-Land → Caminata
Über den Alpenhauptkamm nach Südtirol, mit steilen Rampen und technischer Abfahrt.
45,2 km
↑ 1.770 hm · ↓ 1.528 tm
ø 6,2 % · Fahrtechnik S2
03
Caminata → Kiens
Der höchste Punkt der Woche und die längste Abfahrt der Tour.
41,6 km
↑ 1.454 hm · ↓ 2.025 tm
ø 9,1 % · Fahrtechnik S2
04
Kiens → Schmieden
Meiste Höhenmeter der Woche mit einem zähen, langen Anstieg ab Tagesmitte.
42,3 km
↑ 1.917 hm · ↓ 1.541 tm
ø 8,8 % · Fahrtechnik S1
05
Schmieden → Marebbe
Viel Schotter und Forstweg, dazu ein langer Schlussanstieg ins hochgelegene Ziel.
40,4 km
↑ 1.788 hm · ↓ 949 tm
ø 7 % · Fahrtechnik S1
06
Marebbe → Sankt Martin in Thurn
Dolomitenkulisse Richtung Gadertal, mit einer kurzen, sehr schweren Schiebepassage.
38,2 km
↑ 1.514 hm · ↓ 1.580 tm
ø 9,1 % · Fahrtechnik S2
07
Sankt Martin in Thurn → Brixen
Abfahrtsreiches Finale ins Eisacktal, mit S3-Stellen für sichere Techniker.
43,1 km
↑ 978 hm · ↓ 2.400 tm
ø 6 % · Fahrtechnik S3
Bilder




Beste Reisezeit
Mein Tipp für diesen Alpencross von Tux nach Brixen ist das Fenster von Mitte Juli bis Ende September. Der höchste Punkt liegt bei rund 2.580 Metern, und an mehreren Tagen bist du über 2.100 Metern unterwegs. In dieser Zeit sind die hohen Übergänge in den Zillertaler Alpen und in den Dolomiten meist am besten fahrbar, und die Tage sind lang genug für Etappen mit viel Höhenmetern.
Ein früher Termin im Juni oder Anfang Juli bedeutet ein höheres Risiko für Altschnee in Nordhängen und Rinnen, nasse Wege und kühle Morgen. Dafür sind die Täler oft angenehm grün und weniger voll. Im Hochsommer musst du mit Gewittern am Nachmittag rechnen, deshalb lohnt es sich, die großen Anstiege früh am Tag zu fahren. Ein später Termin Mitte bis Ende September bringt oft klare Luft und schönes Licht, aber auch kalte Abfahrten, kürzere Tage und die Möglichkeit von frühem Schnee in der Höhe. Manche Hütten schließen dann bereits.
Prüfe vor dem Start die aktuellen Bedingungen auf den hohen Abschnitten und den Wetterbericht für beide Seiten des Alpenhauptkamms.
Tipps für deine Ankunft
Brixen ist ein dankbares Ziel, weil du nach dem letzten Abfahrtstag direkt in einer kompakten Altstadt landest. Alles Wichtige liegt nah beieinander, und du kannst dich mit dem Bike locker bewegen. Mein erster Programmpunkt: Rad abstellen, einmal durch die Lauben schlendern und dann zum Domplatz. Der Platz ist der natürliche Treffpunkt, und hier merkst du sofort, dass du im Süden angekommen bist. Für den ersten Hunger nach der Abfahrt passt eine Südtiroler Kleinigkeit: ein Stück Speck mit Schüttelbrot, ein Kaminwurzen oder ein frisches Brot aus einer Bäckerei. Danach ist ein Eis Pflicht. Nach einer Woche mit über elftausend Höhenmetern darf es ruhig die große Waffel sein. Wenn du Zeit hast, setz dich an die Eisack oder in die Nähe der Brücken und lass die Woche Revue passieren.
Zum Aperitif bietet sich das klassische Südtiroler Programm an: ein Spritz, ein Hugo oder ein Glas Eisacktaler Weißwein. Das Eisacktal ist für seine Weißweine bekannt, und es lohnt sich, danach zu fragen. Abends würde ich auf Südtiroler Küche setzen: Knödel in allen Varianten, Schlutzkrapfen oder Schüttelbrot als Beilage. Nach sieben Tagen im Sattel brauchst du Kohlenhydrate, und die gibt es hier in ehrlichen Portionen. Wenn du mehr Kultur willst, schau dir die Hofburg oder den Kreuzgang am Dom an.
Wer noch einen Tag dranhängt, hat mehrere Optionen. Das Kloster Neustift liegt kurz außerhalb und ist mit dem Rad schnell erreicht. Die Plose als Hausberg ist bei Mountainbikern beliebt, falls deine Beine noch nicht genug haben. Für die Rückreise ist der Bahnhof Brixen an der Brennerstrecke praktisch, prüfe aber vorher die Mitnahme deines Bikes.
Alpencross von Tux nach Brixen: Mein Fazit
Dieser Alpencross von Tux nach Brixen ist für erfahrene Tourenfahrer gemacht, die eine Woche lang hart arbeiten wollen und dafür viel Landschaft bekommen. Mich überzeugt der Aufbau: Du startest mit einem langen, ehrlichen Anstieg aus Tux, überquerst den Alpenhauptkamm, erreichst am dritten Tag den höchsten Punkt und fährst dann tief in die Dolomiten hinein. Jeder Tag hat eine andere Kulisse, und du hast nie das Gefühl, nur Strecke abzuspulen. Dazu kommen lange Abfahrten mit viel Höhenverlust am Stück, besonders am zweiten und dritten Tag. Die gemischten Wege mit viel Schotter und Asphalt bringen dich zügig voran, sodass du Kraft für die schweren Passagen behältst.
Der Anspruch liegt auf mehreren Ebenen, und die solltest du getrennt betrachten. Die Höhe ist am dritten Tag am größten, mit rund 2.580 Metern nach einem sehr steilen Anstieg über rund 1.200 Höhenmeter. Konditionell ist der vierte Tag mit fast 1.900 Höhenmetern der härteste. Fahrtechnisch fordert dich vor allem der Schluss: Am letzten Tag gibt es Stellen im Bereich S3, am sechsten Tag eine kurze Passage im Bereich S4. Der Haken: Wer auf viele Trailkilometer hofft, wird enttäuscht. Ein großer Teil der Strecke verläuft auf Forstwegen und Straßen, und einige Rampen sind so steil, dass du schieben musst.
Mein Gesamturteil: eine starke, abwechslungsreiche Alpenüberquerung für fitte Fahrer mit solider S2-Technik, die schwere Stellen auch mal schieben. Wer das akzeptiert, bekommt einen sehr runden Alpencross mit einem verdienten Finale in Brixen.







