Eine fordernde Transalp, über Pfunderer Joch durch die Dolomiten an den Gardasee führt
Diese Transalp spart sich den langen Anlauf. Du startest in Sterzing, schon auf der Südseite vom Brenner. Kein tagelanges Rollen durch breite Täler, keine Etappe zum Abhaken. Es geht vom ersten Morgen an zur Sache. Der Weg hinauf zum Pfunderer Joch ist lang und steil, rechne im oberen Teil mit Schieben. Dafür bekommst du danach eine Abfahrt, die einfach nicht aufhören will. Am nächsten Tag kommt die Fanes. Du kurbelst über die Hochfläche, vorbei an kleinen Bergseen, bis hinauf zum Col de Locia. Dort liegt die schwierigste Stelle der ganzen Tour. Sie ist kurz, aber richtig steil und technisch. Wer sie nicht sicher fährt, steigt ab und trägt ein Stück. Das ist keine Schande, das ist Alpencross. Danach rollst du hinunter nach St. Kassian. Genau dafür fährt man in die Dolomiten: Pässe, Felswände und Trails, die man sich selbst erarbeitet hat.
Ab der Mitte ändert die Tour ihren Charakter. Über den Falzarego und die Forcella Nuvolau geht es noch einmal hoch hinaus, aber die Abfahrten werden flüssiger. Vieles ist hier gut fahrbarer Singletrail, der einfach Laune macht. Am Abend wartet der See von Alleghe. Danach führt die Route über den Passo Valles zur Baita Segantini und hinunter nach San Martino di Castrozza. Auf den Verbindungen zwischen den Pässen gehört auch Asphalt dazu. Die längste Etappe nach Levico Terme verlangt dann vor allem Sitzfleisch. Hier zählt Ausdauer mehr als Fahrtechnik. Am letzten Tag rollst du am Lago di Caldonazzo vorbei, viel auf Radweg, bis zum Passo San Giovanni. Dann liegt der Gardasee vor dir. Diese Tour passt zu dir, wenn du im Anstieg einen langen Atem hast und Wurzeln und Stufen sicher fährst. Sie zeigt dir die Dolomiten nicht im Vorbeifahren, sondern Tag für Tag von innen.
Alle Informationen zur Transalp Dolomiten Gardasee


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eMTB-Variante Bedingt eMTB-geeignet
Die Tour ist nur bedingt mit dem eMTB fahrbar. Abschnittsweise gibt es Schiebe- oder Tragepassagen, die mit dem eMTB nicht optimal sind. Oder entlang der Route befinden sich abschnittsweise wenige bis keine Lademöglichkeiten.
Gleiche Strecke und gleiche Etappen wie der reguläre GPX-Track dieser Tour, zusätzlich mit Lademöglichkeiten entlang der Route.
Etappen-Details
01
Sterzing → Kiens
Harter Auftakt: steiler Langanstieg zum Dach der Tour, dann lange Abfahrt.
53,6 km
↑ 1.866 hm · ↓ 2.002 tm
ø 7,2 % · Fahrtechnik S3
02
Kiens → Sankt Kassian
Vom Pustertal in die Dolomiten, mit kurzer, sehr anspruchsvoller Schiebepassage.
52,8 km
↑ 1.994 hm · ↓ 1.251 tm
ø 6 % · Fahrtechnik S4+
03
Sankt Kassian → Alleghe
Konditionell härtester Tag mit steilen Rampen und kräftigen Abfahrten nach Alleghe.
53,7 km
↑ 2.279 hm · ↓ 2.853 tm
ø 8,8 % · Fahrtechnik S1
04
Alleghe → Sankt Martin am Sismunthbach
Gleichmäßigere Anstiege hinauf zu den Felsen über San Martino.
48,0 km
↑ 1.912 hm · ↓ 1.409 tm
ø 6,7 % · Fahrtechnik S1
05
Sankt Martin am Sismunthbach → Löweneck
Lange Etappe mit großem Anstieg und viel Abfahrt hinunter ins Valsugana.
72,5 km
↑ 2.040 hm · ↓ 3.009 tm
ø 5,4 % · Fahrtechnik S2
06
Löweneck → Torbole
Ein letzter Aufstieg, dann rollend über Radwege zum Gardasee.
73,3 km
↑ 1.786 hm · ↓ 2.219 tm
ø 5,2 % · Fahrtechnik S2
Bilder




Transalp Dolomiten Gardasee: Beste Reisezeit
Das optimale Zeitfenster für diese Tour liegt zwischen Mitte Juni und Ende September. Der höchste Punkt am ersten Tag liegt bei rund 2.560 Metern, auch an den folgenden Tagen bist du wiederholt deutlich über 2.000 Metern unterwegs. In diesen Höhen hält sich Schnee in schattigen Lagen oft bis in den Frühsommer, und genau dort beginnt deine Woche.
Ein früher Termin im Juni bringt grüne Täler und weniger Betrieb, birgt aber das Risiko von Altschnee und nassen Wegen ganz oben. Im Hochsommer sind die hohen Abschnitte meist gut fahrbar, dafür werden Gewitter am Nachmittag zum Thema, und am Gardasee kann es unten sehr heiß werden. Spät im September wird das Licht klarer, die Temperaturen angenehmer, doch Hütten und Bergbahnen schließen teils schon, und erste Kälteeinbrüche sind in den Dolomiten möglich.
Mein Tipp: Buche deine Übernachtungen in den Dolomiten frühzeitig.
Tipps für deine Ankunft
Die letzten Meter vom Passo San Giovanni rollen dich direkt nach Torbole hinunter, und plötzlich stehst du am Wasser. Erst einmal: Bike abstellen, Schuhe aus, rein in den See. Am Lungolago gibt es dafür genug Strand. Kommst du am Nachmittag an, ist der See voller Surfer. Dann weht die Ora, der Südwind, für den Torbole weltweit bekannt ist. Er bringt Abkühlung und ordentlich Leben ans Ufer. Am Abend sammelt sich alles rund um den kleinen Hafen. Dort sitzt du mit Blick aufs Wasser und lässt die Pässe der letzten Tage noch einmal Revue passieren. Beim Essen lohnt der Blick auf die Trentiner Küche. Die unterscheidet sich deutlich von dem, was dich weiter südlich am Veroneser Ufer erwartet. Nach so vielen Tagen in den Bergen ist das genau der richtige Abschluss.
Mein Fazit zur Transalp Dolomiten Gardasee
Ich mag diese Tour, weil sie ehrlich ist. Sie verspricht keine Flow-Trails von früh bis spät, sondern echte Dolomitenpässe. Die stärksten Momente liegen in der ersten Hälfte. Das Pfunderer Joch fordert dich gleich am ersten Tag komplett, im Anstieg wie in der Abfahrt, für die du frische Bremsbeläge willst. Die Fanes ist landschaftlich das Dichteste, was diese Route zu bieten hat. Und die Abfahrten rund um Falzarego und Nuvolau sind genau das, wofür man sich im Anstieg quält. Danach wird es ruhiger. Ab San Martino geht es mehr um Strecke als um Technik, am Ende auch mit einigen Kilometern Asphalt. Wer das vorher weiß, wird nicht enttäuscht. Wer jeden Tag ein neues Trail-Highlight erwartet, wird es auf den letzten Etappen vermissen.
Für wen lohnt sich das? Für Biker, die lange Anstiege nicht scheuen und nicht auf den maximalen Trailspaß aus sind. Du solltest S2 sicher fahren und kein Problem damit haben, dein Bike auch mal zu schieben oder zu tragen. Am Col de Locia ist Absteigen die vernünftige Wahl, wenn du im groben Gelände nicht wirklich sattelfest bist. Pack am ersten Tag genug Wasser ein, denn unterwegs ist die Versorgung dünn. Für Einsteiger ist diese Route nichts, der Anfang ist zu hart. Reine Trailjäger finden Touren mit mehr Singletrail-Anteil. Für alle dazwischen ist das hier eine der ehrlichsten Arten, die Dolomiten mit dem Bike zu durchqueren. Meine Empfehlung: Buchen, wenn du die Berge nicht nur sehen, sondern spüren willst. Am Gardasee merkst du dann, dass jeder Meter Schieben es wert war.
Der Haken liegt im Einstieg: Kein Aufwärmtag, sondern sofort der höchste und steilste Anstieg der Woche, dazu kurze S3-Passagen in der Abfahrt. Mein Urteil: eine starke, ehrliche Transalp, die dich durch einige der schönsten Ecken der Dolomiten führt und dir unterwegs nichts schenkt. Wenn du gut vorbereitet bist, den ersten Tag ruhig angehst und kurze Schiebepassagen akzeptierst, bekommst du mit der Transalp Dolomiten Gardasee eine Tour, die sich nach echter Reise anfühlt und am See genau richtig endet.







