Die Dolomiti Supersummer Card macht’s möglich: Trails statt Puls
Diese Runde beginnt und endet in Canazei, und genau das macht ihren Reiz aus: Du verlässt das Fassatal, fährst hinüber nach Corvara, das auf Ladinisch Kurfar heißt, weiter ins stille Val Fiorentina nach Pescul und schließt den Kreis wieder dort, wo du gestartet bist. Drei Tage, drei Täler, ein intensives Dolomiten-Erlebnis. Mich überzeugt, wie viele bekannte Übergänge sich auf so engem Raum aneinanderreihen. Am ersten Tag führt dich die Route über das Mahlknechtjoch und später über das Grödner Joch, dazwischen liegt der Aussichtspunkt Sai Uëdli nur einen kurzen Abstecher neben der Strecke. Tag zwei bringt mit dem Mans-trail und dem Avëna-trail zwei benannte Trailabschnitte, bevor es zum Passo Falzarego geht, die Forcella Averau liegt dort ganz in der Nähe. Am Schlusstag passierst du den Fedaiasee und das Pordoijoch, und kurz vor Canazei lohnt der Wasserfall des Rio Antermont mit seinen Basaltsäulen einen Blick. Jeden Tag sind vier Bergbahnen mit der Dolomiti Supersummer Card eingeplant, was die Runde nicht leicht macht, aber viel Raum für Trails schafft.
Unterschätzen solltest du diese 3-Tage MTB Dolomitenrunde trotzdem nicht. Die Gesamtnote S2 klingt moderat, doch am zweiten und dritten Tag tauchen S3-Stellen auf, und gerade am Schlusstag nimmt der Anteil an S2-Abfahrten deutlich zu. Konditionell ist diese MTB-Mehrtagestour Dank der Liftunterstützung anspruchsvoll, aber selten Extrem. Einige Rampen sind extrem steil, da wird Schieben schnell zur vernünftigen Option. Ich würde die Runde Leuten empfehlen, die auf einer MTB-Tour Bergbahnen nicht verweigern und S2-Singeltrails sicher unterwegs sind. Für erfahrene Biker ist das eine konzentrierte, ehrliche Dolomitenrunde mit klarer Linie. Bergbahnen sind nicht optional, sondern sollte alle genutzt werden
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Gleiche Strecke und gleiche Etappen wie der reguläre GPX-Track dieser Tour, zusätzlich mit Lademöglichkeiten entlang der Route.
Etappen-Details
01
Canazei → Kurfar
Langes Einrollen auf Schotter, dann knackige Rampen hinüber nach Corvara.
48,6 km
↑ 2.409 hm · ↓ 2.350 tm
ø 11,5 % · Fahrtechnik S1
02
Kurfar → Pescul
Steilere Pfade, erste S3-Stellen und eine lange Abfahrt ins Val Fiorentina.
53,5 km
↑ 2.892 hm · ↓ 2.999 tm
ø 11,2 % · Fahrtechnik S2
03
Pescul → Canazei
Königsetappe mit Schiebe-Rampe vor dem Finale und technischer Abfahrt nach Canazei.
50,8 km
↑ 3.655 hm · ↓ 3.603 tm
ø 14,3 % · Fahrtechnik S2
Bilder




3-Tage MTB Dolomitenrunde: Beste Reisezeit
Das optimale Zeitfenster für diese 3-Tage MTB Dolomitenrunde liegt zwischen Anfang Juli und Mitte September. Die Übergänge reichen bis auf rund 2.550 Meter, und in diesen Höhen halten sich in den Dolomiten Schneereste und nasse Nordhänge oft bis in den Frühsommer. Im Hochsommer sind die Pfade in der Regel am besten fahrbar, und die langen Tage geben dir Puffer für die vielen Höhenmeter.
Ein früher Termin Ende Juni kann gut gehen, birgt aber das Risiko von Altschneefeldern und durchweichten Wiesenpassagen, die gerade auf den steilen Abschnitten keinen Spaß machen. Ein später Termin im September bringt oft klarere Luft und ruhigere Wege, dafür kürzere Tage, frischere Morgen und gegen Saisonende zunehmend geschlossene Hütten und Bergbahnen. Im Juli und August musst du dagegen mit Wärmegewittern am Nachmittag rechnen, auf exponierten Übergängen ein ernstes Thema.
Mein Tipp: Buche die Übernachtungen in Corvara und Pescul rechtzeitig. Und prüfe kurz vor der Abreise die aktuellen Saison-Öffnungszeiten und Betriebszeiten der empfohlenen Bergbahnen.
Dolomiti Supersummer Card
Es gibt die Dolomiti Supersummer Card in verschiedenen Varianten: als Points Value Card mit aufladbaren Einzelfahrten – ideal für punktuelle Liftbenutzung – oder als Bike Pass, der dir unbegrenzte Fahrten an einem, drei oder fünf aufeinanderfolgenden Tagen erlaubt. Letzterer rechnet sich vor allem bei Etappenfahrten, wie der 3-Tages-Runde rund um Canazei.
Tipps für deine Ankunft
Canazei liegt im oberen Fassatal an der Avisio, eingerahmt von Sella- und Marmoladagruppe. Der Ort ist touristisch, hat aber einen hübschen Kern mit alten Häusern und ladinischen Spuren, und er ist kompakt genug, um alles zu Fuß zu erreichen. Nach drei Tagen auf dem Rad ist das genau die richtige Größe.
Der letzte Tag ist der härteste der ganzen Runde: die meisten Höhenmeter, eine steile Rampe vor dem Ziel und ein langer, technischer Singletrail hinunter ins Tal. Du kommst mit müden Beinen und vom Bremsen beanspruchten Händen an, der Kopf noch voll Konzentration. Genau deshalb würde ich nicht sofort weiterhetzen, sondern bewusst runterschalten.
Mein Vorschlag: Rad abstellen, duschen und dann zu Fuß ein Stück entlang der Avisio spazieren, ganz ohne Ziel. Das lockere Gehen tut den Beinen gut, und der Blick zurück auf die Berge, über die du gerade gekommen bist, macht die Runde erst richtig rund. Danach in den Ortskern, etwas Ordentliches essen und den Abend einfach ausklingen lassen. Wer noch eine Nacht dranhängt, gewinnt einen entspannten Tag im Tal statt einer müden Heimfahrt.
Mein Fazit
Diese Runde ist für erfahrene Mountainbiker gedacht, die mehrere lange Bergtage am Stück wegstecken und sich auf S2-Gelände sicher fühlen. Wer gelegentlich auch kurze S3-Stellen fahren oder souverän schieben kann, ist hier richtig. Einsteiger und reine Genussfahrer würde ich eher woanders sehen.
Am Aufbau überzeugt mich vor allem die klare Logik. Der erste Tag ist fahrtechnisch der zahmste, mit viel Schotter und Abfahrten überwiegend im S0- und S1-Bereich, sodass du dich an Höhe und Rhythmus gewöhnen kannst. Danach wird der Untergrund pfadiger, die Abfahrten steiler. Dazu kommt die Rundform: Start und Ziel in Canazei machen Anreise und Planung angenehm unkompliziert.
Mein Urteil: eine kompakte, ehrliche und fordernde Dolomitenrunde, die viel Landschaft in drei Tage packt. Wer gut vorbereitet kommt und die wenigen Schiebepassagen als Teil des Spiels akzeptiert, bekommt abwechslungsreiche Trails und eine unvergessliche 3-Tage MTB Dolomitenrunde.

