Dolomiten-Runde ab Bruneck: Fünf Tage zwischen Almwiesen, Marmolada und feinsten Trails ins Fassatal
Diese Runde startet und endet in Bruneck und führt dazwischen einmal quer durch das Herz der Dolomiten: vom Gadertal hinüber ins Val Fiorentina, weiter ins Fassatal nach Canazei, dann ins ladinische Kurfar und zurück ins Pustertal. Mal rollst du lange auf Forstwegen durch Lärchenwälder, mal stehst du auf gut zweieinhalbtausend Metern und schaust auf Felswände, die du vorher nur von Postkarten kanntest. Eine Runde, die sich wie eine echte Reise anfühlt und nicht wie eine Aneinanderreihung von Pflichtanstiegen.
Leicht ist sie nicht. Über fünf Tage sammelst du rund zehntausend Höhenmeter, jeder Tag bringt ordentlich Arbeit in den Beinen, und die Steilstücke gehen teils über zwanzig Prozent. Die Gesamtnote S2 täuscht etwas: Am zweiten und vor allem am dritten Tag warten kurze Passagen im Bereich S3, bei denen Schieben keine Schande ist. Die Tour passt zu Bikern mit solider Alpenerfahrung, stabiler Grundkondition und sicherer Technik auf verblocktem Untergrund. Wer mehrere lange Bergtage hintereinander wegstecken kann, wird hier sehr glücklich.
Auf der Tour können eine Reihe von Liftanlage benutzt werden, die im Trip-Planner markiert sind. So sparst du Höhenmeter oder kannst die Traildichte auf dieser MTB-Dolomiten Rundtour ab Bruneck signifikant erhöhen
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eMTB-Variante Bedingt eMTB-geeignet
Die Tour ist nur bedingt mit dem eMTB fahrbar. Abschnittsweise gibt es Schiebe- oder Tragepassagen, die mit dem eMTB nicht optimal sind. Oder entlang der Route befinden sich abschnittsweise wenige bis keine Lademöglichkeiten.
Gleiche Strecke und gleiche Etappen wie der reguläre GPX-Track dieser Tour, zusätzlich mit Lademöglichkeiten entlang der Route.
Etappen-Details
01
Bruneck → Marebbe
Sanftes Einrollen, dann langer Forstweg-Anstieg – der Tag endet hoch oben.
42,3 km
↑ 1.816 hm · ↓ 604 tm
ø 5,4 % · Fahrtechnik S0
02
Marebbe → Pescul
Erste Singeltrails, steile Rampe und eine lange, fordernde Abfahrt.
48,0 km
↑ 1.838 hm · ↓ 2.462 tm
ø 8,4 % · Fahrtechnik S2
03
Pescul → Canazei
Königsetappe: höchster Punkt, meiste Höhenmeter, technisch anspruchsvoller Singletrail.
46,6 km
↑ 2.311 hm · ↓ 2.252 tm
ø 8,7 % · Fahrtechnik S3
04
Canazei → Kurfar
Viel Schotter, lose Wege und eine kräftige Schlussrampe vor Kurfar.
49,3 km
↑ 2.222 hm · ↓ 2.165 tm
ø 9,4 % · Fahrtechnik S1
05
Kurfar → Bruneck
Langer Heimweg mit zügigen Abfahrten, der sanft ins Pustertal ausläuft.
59,7 km
↑ 2.129 hm · ↓ 2.816 tm
ø 8,3 % · Fahrtechnik S1
Bilder




Beste Reisezeit
Das optimale Zeitfenster für diese Dolomiten MTB-Mehrtagestour ab Bruneck liegt zwischen Anfang Juli und Mitte September. Der höchste Punkt liegt bei rund 2.500 Metern, mehrere Tage führen über 2.000 Meter, und genau dort entscheidet sich, ob die Tour Freude macht oder zur Schiebeübung wird.
Ein früher Termin im Juni kann reizvoll sein, weil die Wiesen blühen und es ruhiger ist. Auf den hohen Übergängen und in schattigen Nordhängen musst du dann aber mit Altschnee und nassen, rutschigen Pfaden rechnen, gerade auf den steilen Abfahrten des zweiten und dritten Tages. Hochsommer bedeutet meist gute Wegverhältnisse, aber auch volle Orte, Verkehr auf den Passstraßen und Gewitterneigung am Nachmittag. Ab Mitte September wird es klarer und ruhiger, dafür sind die Tage kürzer und die Morgen auf der Höhe kalt; manche Hütten schließen dann bereits.
Mein Tipp: Falls du die reichlich vorhandenen Liftanlagen nutzen möchtest, solltest du die Lift-Saisonzeiten recherchieren – der Trip-Planner kann dir dabei helfen.
Unterkünfte und Hochsaison: Warum früh buchen Pflicht ist
Die Dolomiten sind kein Geheimtipp. Insbesondere zwischen Mitte Juli und Mitte September teilen sich Wanderer, Mountainbiker, Kletterer und Tagesgäste dieselbe Infrastruktur — und dieselben Betten. Hütten wie die Lavarella haben begrenzte Kapazitäten und sind in der Hochsaison Wochen im Voraus ausgebucht. Auch die Talunterkünfte in Pescul, Canazei und Corvara sind kein Selbstläufer. Die klare Empfehlung: Unterkünfte so früh wie möglich buchen, idealerweise drei bis vier Monate vor Tourstart. Wer im August fahren will, sollte noch früher dran sein.
Tipps für deine Ankunft
Die Runde schließt sich dort, wo sie begonnen hat: in Bruneck, dem Hauptort des Pustertals. Das Städtchen liegt an der Rienz, zu Füßen des Kronplatzes, und hat eine kompakte, sehr lebendige Altstadt mit bunten Häuserfassaden, Laubengängen und dem Schloss auf dem Hügel darüber.
Der letzte Tag ist der längste dieser 5-tägigen Dolomiten MTB-Mehrtagestour. Nach zwei zügigen Abfahrten läuft die Strecke auf den letzten Kilometern flach und gemütlich aus, du rollst also eher entspannt als ausgelaugt in die Stadt. Genau dieser Kontrast gefällt mir: Eben noch Schotter, lose Wege und Almwiesen, plötzlich Pflaster, Schaufenster und Cafés. Fünf Tage lang hat sich alles um Höhenmeter, Singletrails und die nächste Rampe gedreht, jetzt darf es um gar nichts mehr gehen.
Meine Empfehlung: Bike abstellen, und dann ohne Plan durch die Gassen schlendern. Wer noch ein bisschen Bewegung braucht, spaziert gemütlich hinauf zum Schlosshügel und schaut von dort über das Tal zurück Richtung Dolomiten, wo du die letzten Tage unterwegs warst. Danach ein Platz in der Abendsonne und ein kühles Getränk – ein würdiger Abschluss für eine Runde, die dir einiges abverlangt hat.
Dolomiti Supersummer Card: Liftkarte richtig wählen
Die Liftfahrten dieser Rundtour sind optional. Solltest du meiner Empfehlung folgen und Bergbahnen nutzen, dann ist wahrscheinlich die Dolomiti Supersummer Card im Wahlabo „5 auf 7“ die wirtschaftlichste Lösung: Fünf Lifttage innerhalb eines Sieben-Tage-Fensters, Bike-Transport inklusive. Das Wahlabo gibt Spielraum für einen Ruhetag oder Wetterverschiebung, ohne dass Lifttage verfallen. Die Karte deckt alle auf der Route liegenden Anlagen ab: vom Kronplatz über den Padon bis zum La-Crusc-Doppellift. Der Kauf sollte vorab online erfolgen, nicht erst an der Talstation. In der Hochsaison kann es an einzelnen Liften zu Wartezeiten kommen, besonders am Kronplatz und an der Sella Ronda. Wer die erste Fahrt am Morgen nimmt, hat die Kabine meist noch für sich.
Mein Fazit
Diese Tour ist für Mountainbiker, die bereits Alpenüberquerungen oder mehrtägige Touren hinter sich haben und nun etwas Kompakteres, aber nicht Leichteres suchen. Wer auf Forstwegen fit ist, auf Pfaden aber noch unsicher, sollte vorher an seiner Technik arbeiten. Obwohl der Track ohne die Nutzung der Liftanlagen geplant ist, empfehle ich sie mit einzubauen. Man spart viele harte Anstiege und erhöht den Singletrail-Spaß signifikant. Zudem kann man den ein oder anderen Trail zusätzlich einbauen, den man ohne Liftanlage nicht geschafft hätte.
Du startest und endestbei dieser Dolomiten-Runde in Bruneck, brauchst also keine aufwendige Rückreise. Letztendlich ist es aber egal, an welcher Stelle du in die Rundtour einsteigst.
Mein Urteil: eine ehrliche, abwechslungsreiche Dolomitenrunde, die Kondition und Technik gleichermaßen fordert, aber mit wirklich großer Landschaft belohnt. Ich würde sie jedem empfehlen, der seine Form realistisch einschätzt und die schwierigen Stellen gelassen auch mal zu Fuß nimmt.







