Alle Informationen zu dieser Mountainbike Tour:
Von Sta. Maria (CH) nach Sta. Maria (CH)
sehr anspruchsvoll
5 Etappen
252 km
7.879 hm
11.800 tm
- GPX Tracks für alle Etappen
- Roadbook im PDF Format
- Übernachtungsempfehlungen
- Packliste im PDF Format
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Fahrtechnisch bewegt sich die Tour überwiegend im mittleren Schwierigkeitsbereich. Die Abfahrten verlangen solide Bikebeherrschung auf naturbelassenen Wegen mit Wurzeln, losem Geröll und wechselnden Untergründen. Wer auf verblockten, wurzeligen Trails sicher bremst und seine Linie liest, kommt gut durch. Zwei Stellen stechen heraus: Am Gletschergarten Cavaglia auf Etappe 3 wartet die technisch härteste Passage der Tour — eine kurze, aber knackige Stelle, die Konzentration und Erfahrung auf steilem, verblocktem Gelände verlangt. Auf Etappe 4 gibt es eine weitere technisch anspruchsvolle Schlüsselstelle im Abstieg. Beide Stellen sind kurz und können im Zweifelsfall geschoben werden, ohne dass die Tour darunter leidet.
Im Uphill wird es an fünf Stellen zu steil zum Fahren. Die Schiebepassagen verteilen sich auf die Etappen 1, 2 und 4, sind jeweils zwischen 0,5 und 1,0 Kilometer lang und liegen in Steigungsbereichen von 13 bis 15 %. Auf Etappe 3 gibt es zudem eine kurze Schiebepassage bergab. Das ist kein Drama, gehört aber fest zum Charakter der Tour. Wer Schieben als persönliche Niederlage empfindet, sollte sich eine andere Route suchen.
Der höchste Punkt der Tour liegt bei 2.660 Metern am Passo di Cassana. Mehrere Übergänge verlaufen oberhalb von 2.200 Metern, darunter der Passo Confine und der Passo di Alpisella. Die Tour ist damit klar hochalpin — schnelle Wetterwechsel, exponierte Übergänge und alpine Wegverhältnisse sind einzukalkulieren. Alpine Erfahrung ist Voraussetzung, nicht Option. Wer nicht einschätzen kann, wann ein Gewitter kommt und wie man sich auf 2.500 Metern verhält, ist hier fehl am Platz.
Der Singletrail-Anteil liegt bei rund 18 % der Gesamtdistanz, was knapp 46 Kilometern entspricht. Der Großteil der Strecke verläuft auf Schotterwegen und Forstwegen. Asphalt spielt mit 14 % eine untergeordnete Rolle. Die Trails sind dabei nicht gleichmäßig verteilt, sondern setzen gezielte Akzente pro Etappe — jede hat ihren Trail-Höhepunkt, der die konditionelle Arbeit des Tages belohnt.
E-Bikes sind auf einzelnen Etappen denkbar, aber nicht die erste Wahl für die gesamte Runde. Etappen mit über 2.000 Höhenmetern Aufstieg liegen nahe an der Grenze der Akkureichweite, Lademöglichkeiten unterwegs sind nicht durchgehend gesichert. Dazu kommt: Fünf Schiebepassagen mit einem rund 23 Kilogramm schweren E-Bike sind deutlich kräftezehrender als mit einem leichten Trail-Hardtail oder Fully.
1. Etappe:
Von Sta. Maria (1.378 m) nach Livigno (1.820 m)
49 km

2.361 hm
1.919 tm
Der Auftakt setzt sofort den Maßstab: Wer das Postauto zum Ofenpass nimmt, spart rund 900 Höhenmeter und steigt direkt in den Jufplaun-Trail ein. Der Trail vom Passo Gallo und Alpisella-Trail nach Livigno sind die Trail-Highlights.
2. Etappe:
Von Livigno (1.820 m) nach Morteratsch (1.898 m)
53 km

1.543 hm
1.465 tm
Der Passo di Cassana ist der höchste Punkt der gesamten Tour. Zwei Schiebepassagen im Anstieg verlangen Geduld, bevor sich oben das Panorama auf Bernina und Palü öffnet. Die Belohnung wartet auf der Nordseite: Über sechs Kilometer Singletrail an der Alp Chaschauna und Alp Vaüglia — der flowigste Abschnitt der gesamten Runde.
3. Etappe:
Von Morteratsch (1.898 m) nach Tirano (431 m)
52 km

2.409 hm
3.875 tm
Die Etappe der Extreme: Vom Hochgebirge bis auf 431 m. Vier Trailabfahrten in Serie prägen den Tag, darunter der Gletschergarten Cavaglia, durch den ein technisch anspruchsvoller Trail führt. Der Sentiero del pane kurz vor Tirano setzt den Schlusspunkt in der wärmsten Luft der gesamten Tour.
4. Etappe:
Von Tirano (431 m) nach Bormio (1.207 m)
54 km

-1.043 hm (+3.124 hm hm Lift)
Der Tag beginnt auf Schienen: Morgens bringt dich die Rhätischen Bahn von Tirano auf den Berninapass. Ab dort geht es aus eigener Kraft mit Schiebepassagen und einer technisch anspruchsvollen Passage Richtung Bormio.
5. Etappe:
Von Bormio (1.206 m) nach Sta. Maria (1.379 m)
45 km

1.590 hm
1.417 tm
Die konditionell zugänglichste Etappe der Runde spart das Beste für den Schluss auf: das Val Mora. Singletrail durch eines der wildromantischsten Täler der Ostalpen, eingebettet in die UNESCO-Biosphäre Val Müstair.
Bilder
Von Gletschern zu Palmen: Zusatzinformationen
Tour-Check: Der direkte Vergleich
Mit rund 46 Kilometern Singletrail auf 252 Kilometer Gesamtdistanz liegt die Traildichte dieser Tour im soliden Mittelfeld für eine hochalpine Mehrtagesrunde dieser Länge. Reine Trail-Touren wie etwa eine Vinschgau-Runde oder eine Dolomiten-Trail-Tour kommen auf höhere Anteile, bewegen sich aber oft auf niedrigeren Höhen und mit kürzeren Etappen. Der Vergleich hinkt also bewusst: Diese Tour tauscht maximalen Trail-Anteil gegen maximale landschaftliche Bandbreite.Was im Vergleich heraussticht, ist die landschaftliche Fallhöhe. Von 2.660 Metern am Passo di Cassana auf 431 Meter in Tirano — das sind über 2.200 Meter Unterschied zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt, und zwar nicht über die gesamte Tour verteilt, sondern innerhalb von zwei Etappen erlebbar. Diese Kontrastdichte zwischen Gletscherlandschaft, Engadiner Hochtal und mediterranem Veltlin ist für eine Rundtour außergewöhnlich. Dazu kommt die Dramaturgie: Die Steigerung zur Königsetappe und das Trail-Finale der Via Val Mora ergeben einen Spannungsbogen, den viele linear angelegte Transalps nicht bieten.
Die ehrliche Schwäche: Der Schotteranteil von 55 % sorgt zwischen den Trail-Highlights für Abschnitte, die konditionell fordern, aber fahrtechnisch weniger Reize bieten. Wer eine Tour sucht, die permanent auf Singletrails unterwegs ist, wird hier Leerlauf empfinden. Dafür bietet die Tour etwas, das reine Trail-Touren selten liefern: das Gefühl, in fünf Tagen durch grundverschiedene Welten gefahren zu sein.
Planungs-Check: Timing und Logistik
Die beste Reisezeit liegt zwischen Anfang Juli und Mitte September. Die hochalpinen Übergänge am Passo di Cassana und Passo Confine können bis weit in den Juli hinein Schneereste aufweisen. Ab Mitte September werden die Tage spürbar kürzer, was bei Etappen mit sieben bis acht Stunden Fahrzeit zum Problem werden kann. Der Herbst belohnt dafür mit goldenen Lärchenwäldern im Val Mora und stabileren Hochdrucklagen.Auf Etappe 1 kannst du optional das Postauto von Sta. Maria auf den Ofenpass nehmen und rund 900 Höhenmeter sparen. Auch hier gilt Reservierungspflicht für Bikes.
Der wichtigste logistische Baustein ist die Rhätische Bahn auf Etappe 4. Morgens nimmst du die Regionalbahn von Tirano zum Berninapass. Entscheidend: Es muss die Regionalbahn sein, nicht der Bernina Express — im Bernina Express ist kein Fahrradtransport möglich. Die Stellplätze für Bikes sind begrenzt, eine Reservierung empfehlenswert. Nimm die erste Verbindung des Tages, sonst wird es zeitlich knapp.
Tipps für deine Ankunft in Sta. Maria
Sta. Maria im Val Müstair ist ein kleines, ruhiges Bergdorf mit einer Atmosphäre, die nach fünf Tagen im Sattel genau richtig ist. Kein Trubel, kein Massentourismus — nur Berge, saubere Luft und das Gefühl, angekommen zu sein. Ein kurzer Spaziergang durch den Ortskern lohnt sich: Die traditionelle Engadiner Architektur mit den Sgrafitto-verzierten Hausfassaden hat einen ganz eigenen Charme. Nur wenige Kilometer entfernt in Müstair steht das Kloster St. Johann, ein UNESCO-Weltkulturerbe mit karolingischen Fresken aus dem 8. Jahrhundert — für Kulturinteressierte ein lohnender Abstecher.Nach der Tour empfiehlt sich ein Besuch im Café Fuschina direkt im Ort für einen entspannten Abschluss-Kaffee. Wer die Veltliner Küche vermisst, die auf Etappe 3 in Tirano einen ersten Eindruck hinterlassen hat, findet in den Restaurants des Val Müstair eine eigene kulinarische Identität: Bündner Spezialitäten wie Capuns, Pizzoccheri oder Bündnerfleisch stehen hier auf der Karte. Für das Finisher-Foto eignet sich der Blick von der Ofenpassstraße oberhalb von Sta. Maria in Richtung Nationalpark — die Weite des Tals und die umliegenden Gipfel bilden die perfekte Kulisse nach einer Tour, die Weite zum Leitmotiv gemacht hat.
Material-Check: Perfekt gerüstet für den Trail
Das Bike sollte ein vollgefedertes Trailbike oder All-Mountain mit mindestens 140 Millimetern Federweg sein. Die langen Schotterabschnitte sprechen gegen ein zu schweres Setup, die technischen Passagen am Gletschergarten Cavaglia verlangen aber solide Federung. Ein Hardtail ist möglich, verlangt aber deutlich mehr Körpereinsatz. Tubeless-Reifen mit Pannenschutzeinlage sind Pflicht — die Schotterpassagen und steinigen Trails fordern das Material.Bekleidung nach dem Zwiebelprinzip: Auf 2.660 Metern am Passo di Cassana kann es auch im Hochsommer empfindlich kalt werden, während du in Tirano im T-Shirt fährst. Winddichte Jacke, Armlinge und Beinlinge gehören in den Rucksack. Für die Abfahrten empfehlen sich lange Handschuhe. Wichtig: Prüfe vor jeder Abfahrt den Verschleiß deiner Bremsbeläge — auf Etappen mit über 3.000 Tiefenmetern werden diese extrem beansprucht. Ein Ersatzpaar gehört ins Gepäck.
Reparatur-Set: Ersatzschlauch, Tubeless-Flickset, Reifenheber, Multitool, Kettenschloss, Luftpumpe oder CO2-Patronen. Auf den alpinen Abschnitten bist du weit von der nächsten Werkstatt entfernt. GPS-Gerät oder Smartphone mit Offline-Karten zur Orientierung, Powerbank nicht vergessen. Erste Hilfe: Kompaktes Notfallset und Rettungsdecke für alpine Touren.
Bei E-MTBs die Akkukapazität realistisch einschätzen. Etappen mit über 2.000 Höhenmetern Aufstieg bringen selbst große Akkus an ihre Grenzen. Ein Ladegerät für die Mittagspause kann sinnvoll sein, verlässliche Ladepunkte sind aber nicht auf jeder Etappe garantiert.
Mein persönliches Fazit
Ich bin ehrlich: Diese Tour hat mich überrascht. Nicht, weil sie hart ist — das war klar. Sondern weil die Kontraste so extrem sind, dass sich fünf Tage anfühlen wie fünf verschiedene Reisen. Du stehst morgens am Passo di Cassana im Wind, die Berninagruppe vor dir, und zwei Tage später sitzt du in Tirano bei einem Espresso, während Palmen über dir rauschen. Das kriegst du auf keiner anderen Rundtour in dieser Form.Die Trails sind die emotionalen Ankerpunkte. Die Via Val Mora am letzten Tag ist einer dieser Momente, in denen alles zusammenkommt: die Müdigkeit der letzten Tage, die Wildheit des Tals — und dann dieser Trail, der einfach nicht aufhört. Die Alp-Chaschauna-Abfahrt hat mich ähnlich erwischt: Über sechs Kilometer Flow nach einem brutalen Anstieg, das vergisst du nicht.
Aber ich will nichts schönreden. Der Schotteranteil ist hoch, und zwischen den Trail-Highlights gibt es Abschnitte, die du einfach wegtrittst. Und die Logistik der Etappe 4 mit der Rhätischen Bahn erfordert Planung — wenn du die erste Bahn verpasst, hast du ein Problem.
Für wen ist die Tour? Für erfahrene Alpinbiker, die eine Rundtour mit Charakter suchen und bereit sind, sich fünf Tage lang voll reinzuhängen. Nicht für Einsteiger, nicht für reine Trail-Junkies. Aber wenn du eine Tour suchst, die dich mit ihrer Bandbreite wirklich bewegt — dann ist das hier deine Runde.
Magnus
Leistungen
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