Die Stärke dieser Tour liegt in der Linie. Sie verbindet das Tuxer Tal über den Brenner, das Pustertal und Brixen mit dem Überetsch und dem Nonstal bis an den Gardasee — ohne Umwege, ohne künstliche Schleifen. Das Pfunderer Joch auf 2.568 Metern ist der höchste Punkt und die emotionale Mitte der Tour. Fahrtechnisch bewegt sich die Tour im Median bei S2+ bergab. Einzelne Schlüsselstellen am Loatern, am Jakobstöckl und auf Etappe 8 erreichen S3. Bergauf liegt der Median bei sehr anspruchsvoll, mit zwei Etappen in der Kategorie extrem — allerdings entschärfen drei optionale Lifte am Rosskopf, an der Mendelbahn und an der Paganella die härtesten Uphills deutlich. Wer alle drei nutzt, spart rund 1.700 Schiebe-Höhenmeter und mehrere Stunden Hike-a-Bike pro Tour.
Die ehrliche Schwäche: Der Trailanteil liegt bei rund 17 Prozent. Wer eine Transalp mit durchgehendem Singletrail-Fokus sucht, wird auf langen Forstweg- und Asphaltpassagen Geduld brauchen. Auch der Asphaltanteil von knapp 27 Prozent ist spürbar — vor allem auf den Talverbindungen im Pustertal und Etschtal. Dafür belohnt die Tour mit alpiner Tiefe, ehrlichen Jochübergängen und dem Gefühl, sich den Gardasee tatsächlich erarbeitet zu haben.
Alle Informationen zu dieser Mountainbike Tour:
Von Tux im Zillertal nach Torbole am Gardasee
sehr anspruchsvoll
8 Etappen
385 km
12.574 hm
16.676 tm
- GPX Tracks für alle Etappen
- Roadbook im PDF Format
- Übernachtungsempfehlungen
- Packliste im PDF Format
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Fahrtechnik Downhill: Der Median liegt bei S2+, die Spannbreite reicht von S1 bis S3. Einige Schlüsselstellen verlangen sicheres Fahren im S3-Bereich. Wer S2 sauber beherrscht, kommt durch — S3-Stellen lassen sich im Zweifelsfall schieben.
Anspruch Uphill: Der Median liegt bei sehr anspruchsvoll, zwei Etappen sind als extrem eingestuft. Der Gesamtaufstieg von 18.166 Höhenmetern ohne Lift verteilt sich auf durchschnittlich 2.270 Höhenmeter pro Tag. Die mittlere Fahrzeit pro Etappe liegt bei gut neun Stunden.Schiebe- und Tragepassagen sind ein zentrales Element dieser Tour. Konditionsanforderung: hoch bis sehr hoch. Die Kombination aus Distanz, Höhenmetern und Schiebezeit verlangt eine solide Ausdauerbasis und die Fähigkeit, über acht Tage hinweg konstant Leistung abzurufen. Regenerationspausen sind auf den einzelnen Etappen kaum eingebaut.
Alpine Erfahrung ist notwendig. Jochübergänge auf über 2.500 Metern und exponierte Schiebepassagen erfordern Trittsicherheit, Wettererfahrung und die Fähigkeit, alpine Risiken einzuschätzen.
Auf Grund der Schiebepassagen ist die Tour mit dem E-Bike nur bedingt geeignet.
Liftunterstützung: Drei optionale Lifte stehen zur Verfügung. Der Rosskopf-Lift auf Etappe 2 spart den zweiten Anstieg (890 hm). Die Mendelbahn auf Etappe 7 wird dringend empfohlen — sie umgeht die stark befahrene Straße (860 hm). Der Paganella-Lift auf Etappe 8 (1.140 hm) ersetzt den ersten Anstieg und ermöglicht zusätzliche Bikepark-Abfahrten auf einem ansonsten trail-armen Tag. Keiner der Lifte ist zwingend; die Tour ist vollständig aus eigener Kraft fahrbar.
1. Etappe:
Von Tux nach Brenner
40 km

1755 hm
1.401 tm
Das Tuxer Joch gibt den Ton vor. Über 1.000 Höhenmeter schraubt sich der Anstieg aus dem Tal, oben wird geschoben — und dann öffnet sich die Abfahrt: 13 Kilometer vom Joch durch das Schmirntal, gleichmäßig, griffig, ein Warmfahren für die Tage danach. Der Schlussanstieg zur Sattelbergalm fordert nochmal die Beine, bevor der erste Tag am Brenner endet.
2. Etappe:
Von Brenner nach Sterzing
45 km

1060 hm (+890 hm Lift)
2.637 tm
Zwei Pässe, zwei Welten. Das Sandjöchl verlangt eine steile Schiebepassage und belohnt mit dem Loatern — 3,5 Kilometer S3 auf verbocktem Schotterpfad, die erste echte Trailprüfung der Tour. Wer den optionalen Rosskopf-Lift nimmt, spart den zweiten Anstieg und steigt direkt in die Abfahrt nach Sterzing ein. Wer aus eigener Kraft fährt, bekommt eine zweite lange Abfahrt über den Kirchsteig obendrauf.
3. Etappe:
Von Sterzing nach Kiens
56 km

1967 hm
2.077 tm
Der Drassberg-Aufstieg zum Pfunderer Joch erfordert harte Arbeit bis hoch auf 2.568 Meter, den höchsten Punkt der gesamten Tour. Die Belohnung beginnt direkt am Joch: 27 Kilometer Abfahrt durch wechselndes Gelände, oben S3 auf Blockpfaden, unten Forstweg durch das Pfunderer Tal. Ein Tag, der alles fordert und alles gibt.
4. Etappe:
Von Kiens nach Brixen
43 km

1878 hm
2.145 tm
Ein langer, gleichmäßiger Anstieg auf über 2.100 Meter und direkt am Gipfel das Jakobstöckl — eine kompakte S3-Abfahrt, verblockt und steil, die technisch beste Passage des Tages. Danach rollen zehn Kilometer Abfahrt durch das Lüsner Almgebiet mit mehreren S2-Passagen bis ins Tal. Der Schluss führt über einen Gegenanstieg und die finale Abfahrt nach Brixen.
5. Etappe:
Von Brixen zur Klausner Hütte
30 km

1946 hm
589 tm
Der kürzeste Tag in Kilometern, aber der härteste im Verhältnis. Über 2.100 Höhenmeter Aufstieg auf knapp 30 Kilometern, drei Schiebeblöcke im oberen Bereich, und fast kein Abstieg — die Etappe endet auf 1.924 Metern an der Klausner Hütte. Die Abfahrt fällt aus, der Blick über die Sarntaler Alpen entschädigt. Ein Aufstiegstag, der den Charakter der Tour unterstreicht.
6. Etappe:
Von Klausner Hütte nach Eppan
52 km

1078 hm
2.593 tm
Der große Abstiegstag. Vom Latzfonser Kreuz auf 2.300 Metern geht es in drei Abfahrtswellen hinunter ins Überetsch auf 407 Meter. Die Oswaldpromenade liefert den Trail-Höhepunkt: fünf Kilometer Singletrail mit einer S3-Schlüsselstelle, die Konzentration verlangt. Dazwischen der Hirtensteig, flowig und abwechslungsreich. Mit nur einer kurzen Schiebepassage am Start die technisch zugänglichste Etappe der Tour.
7. Etappe:
Von Eppan nach Spormaggiore
55 km

2480 hm
2.313 tm
Der härteste Tag. 2.900 Höhenmeter Aufstieg, die Schiebepassage zum Roen mit 38 % Steigung auf über zwei Kilometern — wer die Mendelbahn nimmt, spart Körner für diesen Kraftakt. Die Abfahrten liefern mit der Strada plana und dem Pignolè-Trail vier Kilometer flowigen Schottertrail. Ein Tag, der Demut lehrt und Durchhaltevermögen belohnt.
8. Etappe:
Von Spormaggiore nach Torbole
64 km

1270 hm (+1140 hm Lift)
2.921 tm
Von Spormaggiore nach Torbole
Das Finale. Die längste Etappe der Tour mit knapp 64 Kilometern. Der Willy Wonka ist der Trail-Höhepunkt: 4,6 Kilometer Downhill auf S2-Niveau, der mit dem Lift doppelt Spaß macht. Die anschließende Hauptabfahrt mit 1.300 Tiefenmetern enthält die technisch dichteste Passage der Tour — S3-Singletrail mit Schieben bergab inklusive. Dann rollt die Route ans Ufer des Gardasees. Torbole. Geschafft.
Bilder
MTB Alpencross Tux Gardasee: Zusatzinformationen
Vom Tuxer Joch zum Gardasee — die Regionen dieser Transalp
Die Route durchquert in acht Etappen drei Kulturräume, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Start im Tuxer Tal ist noch klar nordtirolisch geprägt — Almwirtschaft, Granit, Wipptal-Dialekt. Mit dem Brenner wechselt die Tour nach Südtirol, und der Übergang ist mehr als politisch: Die Orte werden zweisprachig, die Architektur wechselt von Holz auf Stein, die Speisekarten beginnen zwischen Knödel und Pasta zu pendeln.Das Eisacktal um Sterzing und Brixen markiert das Herz Südtirols — Weinberge, Obstwiesen, mittelalterliche Stadtkerne. Wer von der Klausner Hütte über das Rittner Horn nach Eppan abfährt, erlebt den Übergang vom Hochalpinen ins mediterrane Überetsch in einer einzigen Etappe: oben Lärchen und Almwiesen, unten Zypressen und Weinreben. Bozen liegt fast zum Greifen nah, ohne dass die Route die Stadt berührt. Ab Eppan führt die Linie ins Nonstal und damit ins Trentino. Die Sprache wird Italienisch, die Landschaft enger, die Vegetation dichter. Die letzten Kilometer vor Torbole rollen durch das Sarcatal an den Gardasee — ein Klimawechsel, den man riecht, bevor man das Wasser sieht. Olivenbäume, Kalkfelsen, eine Luft, die nach Süden schmeckt. In acht Tagen von der Almwiese an den Strand — das ist die geographische Pointe dieser Transalp.
Drei Lifte, drei Entscheidungen — Liftoptionen im Detail
Alle drei Lifte dieser Tour sind optional. Keiner ist zwingend, aber jeder hat seine Berechtigung. Der Rosskopf-Lift auf Etappe 2 spart 890 Höhenmeter Aufstieg von Sterzing auf den Hausberg. Wer ihn nutzt, überspringt den zweiten Anstieg des Tages und steigt direkt in die Abfahrt nach Sterzing ein. Der Verzicht bedeutet einen zusätzlichen langen Anstieg nach einem bereits fordernden Tag mit dem Loatern-Trail. Empfehlung: solide Option, um Kräfte für die kommenden Tage aufzusparen.Die Mendelbahn auf Etappe 7 ersetzt 860 Höhenmeter auf der stark befahrenen Straße von Eppan zum Mendelpass - Mendelbahn daher dringend empfohlen. Der Lift ist hier keine Abkürzung, sondern die klügere Linie. Der Paganella-Lift auf Etappe 8 spart 1.140 Höhenmeter des ersten Anstiegs und eröffnet gleichzeitig den Zugang zum Paganella Bikepark. Auf einer Etappe, die ansonsten trail-arm ist, bringt der Lift nicht nur Entlastung, sondern zusätzliche Abfahrten mit Spaßfaktor. Empfehlung: lohnenswert, besonders für Fahrer, die sich am letzten Tag Trailkilometer wünschen statt Asphaltkilometer im Anstieg.
Hike-a-Bike als Disziplin — was diese Tour verlangt
Wer die Transalp Tux–Torbole bucht, sollte eine ehrliche Beziehung zum Schieben haben. Selbst mit allen drei Liften bleiben einige Schiebestunden auf der Uhr. Das ist kein Defekt der Strecke — es ist ihr Charakter. Jochübergänge auf über 2.500 Metern lassen sich auf einem Mountainbike nicht fahren. Wer das akzeptiert, gewinnt alpines Gelände, das rein fahrbaren Routen verschlossen bleibt.Die Ausrüstung macht den Unterschied. Feste Schuhe mit Profilsohle statt reiner Bikeschuhe erleichtern jeden Schiebemeter. Ein Rucksack, der das Bike sauber am Rücken fixiert, spart auf langen Tragepassagen Kraft und Nerven. Leichte Handschuhe schützen die Hände im Geröll. Und wer Trekkingstöcke mitführen kann, wird sie am Drassberg und am Roen zu schätzen wissen. Mentale Vorbereitung gehört dazu. Eine Stunde Schieben fühlt sich länger an als drei Stunden Fahren. Der Trick ist, die Schiebepassagen nicht als Hindernis vor dem Trail zu sehen, sondern als Teil der alpinen Erfahrung. Oben angekommen, relativiert sich jeder geschobene Meter — der Blick vom Pfunderer Joch lässt sich nicht mit dem Lift erreichen.
Das Pfunderer Joch — Geschichte und Geologie
Mit 2.568 Metern ist das Pfunderer Joch der höchste Punkt der Tour und einer der ältesten Übergänge zwischen Wipptal und Pustertal. Schon im Mittelalter nutzten Säumer den Pass, um Waren zwischen den Tälern zu transportieren — der Weg über den Drassberg folgt im Wesentlichen dem historischen Saumpfad. Heute ist die Route nur noch zu Fuß oder mit dem Mountainbike passierbar. Geologisch markiert das Joch die Grenze zwischen den Tuxer Alpen im Westen und den Pfunderer Bergen als Teil der Zillertaler Alpen im Osten. Der Untergrund wechselt von Gneis und Glimmerschiefer zu den kristallinen Gesteinen der Pfunderer Berge. Wer auf dem Drassberg-Aufstieg genau hinsieht, erkennt den Wechsel am veränderten Gestein unter den Reifen — sofern man in diesem Gelände noch auf den Boden statt auf die Steigung achtet.Der Blick vom Joch reicht bei guter Sicht bis zu den Dolomiten im Süden und den Stubaier Alpen im Norden. Es ist einer dieser Momente, die den Unterschied zwischen einer Transalp und einer Tagestour ausmachen: Man steht am dritten Tag auf dem höchsten Punkt und weiß, dass noch fünf Etappen bis zum Gardasee vor einem liegen. Das Pfunderer Joch gibt nicht — es verlangt. Und genau das macht seinen Wert aus.
Leistungen
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