8 Etappen · Alpenüberquerung · Mehrtagestour

Alpenüberquerung Tux-Torbole über Südtirol und Trentiner Seen

Jede Ride With Love-Tour ist vor Ort gefahren und nicht am Rechner gezeichnet. Du musst nicht recherchieren, keine Tracks zusammenschneiden und keine Etappen selbst rechnen: Route, Tagesabschnitte, Höhenprofile und Versorgungspunkte liegen nach dem Kauf fertig im Trip Planner. Von dort passt du nur noch an, was zu deiner Reise gehört.

Acht Tage Alpenüberquerung, konditionell fordernde Mountainbike-Transalp von Tux durch Südtirol zum Gardasee.

Diese Alpenüberquerung beginnt in Tux, ganz hinten im Zillertal, und endet in Torbole am Nordufer des Gardasees. Dazwischen liegen acht Tage, an denen du den Alpenhauptkamm überquerst, quer durch Südtirol fährst und dich durchs Trentino dem Süden näherst. Für mich ist genau das der Reiz: Du startest im Hochgebirge und kommst dort an, wo der Süden spürbar wird. Schon am ersten Tag führt die Route über das Tuxer Joch, am zweiten folgen der Obernberger See, das Sandjöchl, ein Stück Pflerscher Höhenweg und das Portjoch, bevor du an der Kastellacke vorbei nach Sterzing kommst. Die Route nimmt also nicht den schnellen Weg nach Süden, sondern sucht die Jöcher. Den höchsten Punkt erreichst du am dritten Tag am Pfunderer Joch auf gut zweieinhalbtausend Metern. Für dich heißt das: Du erlebst die Alpen nicht aus dem Tal, sondern von oben, und wechselst dabei von Tag zu Tag Landschaft, Sprache und Küche.

Nach dem Hochgebirge wird die Tour vielseitiger. Am vierten Tag fährst du knapp am Astjoch vorbei und später an der Rienzschlucht entlang nach Brixen. Danach geht es zum Radlsee hinauf, mit dem Gasteiger Sattel und dem Hörtenbergkreuz Richtung Etschtal und schließlich vorbei am Mendelpass und der Lavinascharte zum Roen. Der letzte Tag bleibt deutlich tiefer und reiht drei Seen aneinander: Lago di Andalo, Lago di Molveno und Lago di Toblino. Die Abfahrten sind dabei der Lohn für die Arbeit am Berg. An mehreren Tagen geht es am Stück über tausend Höhenmeter hinunter. Ein großer Teil davon ist technisch einfach. Dazwischen liegen aber kurze Passagen im Bereich S3, also steile, verblockte Stellen. Die findest du auf den Etappen nach Sterzing, Kiens, Brixen und Altspaur. Wer dort nicht sicher ist, schiebt ein paar Meter, und das ist völlig in Ordnung.

Die größte Herausforderung ist die Ausdauer. Im Schnitt sammelst du jeden Tag deutlich mehr als 1.500 Höhenmeter, und das acht Tage am Stück. Die Etappen sind nicht besonders lang, aber fast jede hat einen großen Anstieg, der dich lange beschäftigt. Der härteste wartet am siebten Tag mit rund 600 Höhenmetern hinauf Richtung Roen. Dort und an einzelnen anderen Stellen wird es so steil, dass Schieben und Tragen dazugehören. Wer das vorher weiß, ärgert sich unterwegs nicht, sondern nimmt es als Teil der Überquerung. Diese Tour passt zu dir, wenn du regelmäßig fährst, mehrere Bergtage hintereinander gewohnt bist und im Bereich S2 sicher unterwegs bist. Für Einsteiger ist sie zu fordernd. Für erfahrene Tourenfahrer, die eine Transalp mit hohen Jöchern und einem Ziel am See suchen, ist sie eine sehr gute Wahl. Ein E-Mountainbike nimmt dir Höhenmeter ab, an den Schiebestellen musst du es aber selbst bewegen.

8
Etappen
Etappen
374
km
Distanz
14.477
hm
8.2
15.692
tm
S2
Alle Informationen zur Alpenüberquerung Tux-Torbole
Übersichtskarte Vom Tuxer Joch zum Gardasee: Transalp über Südtiroler Jöcher und Trentiner Seen
Höhenprofil Vom Tuxer Joch zum Gardasee: Transalp über Südtiroler Jöcher und Trentiner Seen

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Alpenüberquerung Tux-Torbole – Etappen-Details

01

Tux → Gries am Brenner

Langer Auftakt aus dem Tuxertal hinauf ins Hochgebirge, dann runter zum Brenner.

38,4 km

↑ 1.733 hm · ↓ 1.381 tm

ø 8,7 % · Fahrtechnik S1

02

Gries am Brenner → Sterzing

Über die Grenze nach Südtirol, mit steiler, technischer Schlussabfahrt nach Sterzing.

43,7 km

↑ 2.004 hm · ↓ 2.692 tm

ø 8,8 % · Fahrtechnik S3

03

Sterzing → Kiens

Höchster Punkt der Tour, danach eine sehr lange Abfahrt Richtung Pustertal.

54,5 km

↑ 1.929 hm · ↓ 2.041 tm

ø 7,6 % · Fahrtechnik S2

04

Kiens → Brixen

Langer Anstieg am Morgen, dann technische Passagen hinunter nach Brixen.

42,0 km

↑ 1.923 hm · ↓ 2.189 tm

ø 9,1 % · Fahrtechnik S3

05

Brixen → Chiusa

Kurz, technisch leicht, aber fast nur bergauf: ein reiner Konditionstag.

28,9 km

↑ 2.002 hm · ↓ 644 tm

ø 9,9 % · Fahrtechnik S0

06

Chiusa → Sankt Michael

Früh oben, danach viele Abfahrtskilometer bis tief hinunter nach Sankt Michael.

51,2 km

↑ 1.016 hm · ↓ 2.534 tm

ø 6 % · Fahrtechnik S2

07

Sankt Michael → Altspaur

Der härteste Anstieg der Woche, mit sehr steilen Schiebestücken hinauf.

53,6 km

↑ 2.557 hm · ↓ 2.391 tm

ø 10,7 % · Fahrtechnik S2

08

Altspaur → Torbole

Längster Tag durchs Trentino, mit spürbar südlichem Flair bis zum Gardasee.

61,3 km

↑ 1.313 hm · ↓ 1.820 tm

ø 5,1 % · Fahrtechnik S2

Bilder
MTB Alpencross Gardasee - Radlsee
Das Pfunderer Joch (2.568 m) ist eines der schönsten MTB-Übergänge in den Südtiroler Alpen
Dolomiten MTB Alpencross: Traum Transalp zum Gardasee
Beste Reisezeit

Mein Tipp für diese Tour ist die Zeit von Anfang Juli bis Ende September. Der Grund liegt in den Höhen: Mehrere Etappen führen auf deutlich über zweitausend Meter, am dritten Tag sogar auf rund 2.600 Meter. Dort hält sich Schnee in schattigen Mulden oft bis in den Frühsommer, und nasse, rutschige Passagen machen die technischen Stellen schwerer.

Wer früher fahren will, also Ende Juni, sollte mit Altschnee auf den höchsten Abschnitten rechnen und flexibel bleiben. Dafür sind die Tage lang und unten im Tal ist es noch angenehm frisch. Im Hochsommer musst du eher mit Gewittern am Nachmittag rechnen. Starte dann früh, damit du die hohen Übergänge vor Mittag hinter dir hast. Am Gardasee kann es im Juli und August richtig heiß werden, was den letzten Tag anstrengender macht.

Ab Anfang September wird es ruhiger, die Luft ist oft klarer und am See weniger drückend. Je später im Monat, desto kürzer die Tage und desto kälter die Morgen in der Höhe. Hütten und Almen schließen teils schon zum Saisonende. Schau dir vor dem Start auf jeden Fall die aktuellen Bedingungen auf den hohen Abschnitten an.

Tipps für deine Ankunft

Torbole liegt am Nordufer des Gardasees. Das ist die ideale Lage nach acht Tagen im Sattel: Alles, was du jetzt brauchst, erreichst du locker rollend über den Uferweg. Mein erster Programmpunkt ist immer der gleiche. Bike abstellen, Schuhe aus und rein ins Wasser. Nach den hohen Pässen und dem Staub der letzten Tage fühlt sich der See an wie eine Belohnung, die man sich ehrlich verdient hat. In Torbole findest du an fast jeder Ecke eine Gelateria, und nach so einer Woche darf es ruhig die große Portion sein. Wer lieber etwas Herzhaftes will, holt sich ein Stück Pizza oder eine Focaccia auf die Hand und setzt sich damit ans Ufer.

Zum Aperitif gehört am Gardasee ein Spritz oder ein Glas Wein aus dem Trentino, gern ein Nosiola oder ein Teroldego. Dazu kommen meist ein paar kleine Snacks auf den Tisch. Such dir dafür einen Platz mit Blick aufs Wasser, wenn am Abend der Wind dreht und die Surfer reinkommen. Zum Abendessen würde ich die Trentiner Küche probieren statt nur Pizza: Carne salada, Strangolapreti oder Fisch aus dem See passen gut zu einem Abend, an dem du einfach nur sitzen willst. In Arco ist es oft etwas ruhiger als direkt an der Uferpromenade von Riva und Torbole, und die Altstadt unterhalb der Burg hat abends eine schöne Stimmung.

Wenn du einen Tag dranhängst, wirst du schnell merken, dass sich hier alles ums Biken dreht. Rund um Arco und Torbole gibt es viele Bikeshops und Waschplätze. Das ist praktisch, denn dein Rad hat nach dieser Woche sicher eine gründliche Reinigung und einen Blick auf Bremsbeläge und Kette verdient. Als lockere Runde bietet sich der Monte Brione zwischen Riva und Torbole an, mit schönem Blick über den See. Oder du läufst zur Burg von Arco hinauf und schaust von oben auf das Sarcatal, durch das du gerade gekommen bist. So schließt sich der Kreis zur Tour sehr schön.

Alpenüberquerung Tux-Torbole – Mein Fazit

Diese Alpenüberquerung Tux-Torbole ist für dich, wenn du konditionell gut im Training stehst und mehrere lange Bergtage hintereinander gewohnt bist. Insgesamt sind es rund 375 Kilometer und knapp 14.500 Höhenmeter bergauf. Die Kilometer pro Tag wirken harmlos, die Höhenmeter sind es nicht. Mich überzeugt am Aufbau vor allem, wie konsequent die Route in die Höhe geht, statt sich durch die Täler zu mogeln. Du bekommst dafür lange Abfahrten mit teils weit über tausend Höhenmetern am Stück, und die machen die Mühe am Berg wett. Dazu kommt der Weg selbst: vom Zillertal über den Brenner durch Südtirol bis an den Gardasee. Diese Reise durch verschiedene Regionen ist der eigentliche Wert dieser Transalp.

Wichtig ist, die drei Arten von Anstrengung auseinanderzuhalten. Die Höhe ist am dritten Tag am größten, mit rund 2.600 Metern. Technisch sind die Etappen nach Sterzing, Kiens, Brixen und Altspaur am anspruchsvollsten, dort tauchen kurze Stücke im Bereich S3 auf. Ein reiner Konditionstag ist dagegen die Etappe nach Klausen: kurz, technisch leicht, aber mit rund 2.000 Höhenmetern fast nur bergauf. Die härteste Prüfung kommt am siebten Tag. Der lange Anstieg dort ist so steil, dass du an manchen Stellen absteigen und schieben musst. Wer an diesem Tag noch Reserven haben will, sollte die Woche davor nicht zu schnell angehen.

Ein Haken bleibt: Die technisch schweren Stellen sind kurz, aber sie verteilen sich über die ganze Woche. Wer nur auf breiten Wegen sicher ist, muss deshalb immer wieder absteigen, und das kostet Zeit und Rhythmus. Auch einige Asphaltpassagen, etwa auf Landstraßen, gehören zur Wahrheit dieser Route. Mein Gesamturteil fällt trotzdem klar positiv aus. Wer sicher S2 fährt, kurze schwere Stellen gelassen nimmt und acht anstrengende Tage am Stück mag, bekommt eine ehrliche, abwechslungsreiche Alpenüberquerung mit einem Ziel, an dem sich das Ankommen richtig gut anfühlt. Ich würde sie fahren, aber mit früher Startzeit und ohne falschen Ehrgeiz an den steilsten Rampen.

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