Von Füssen an den Gardasee: Alpencross mit hohem Singletrail-Anteil
Diese Route verbindet das Allgäu mit dem Nordufer des Gardasees und nimmt dabei fast alles mit, was einen klassischen Alpencross ausmacht. Du rollst aus Füssen ins Tirolerische, querst ins Ötztal und ins Passeiertal, erreichst auf einem hochalpinen Übergang knapp unter dreitausend Meter und lässt dich dann in einer schier endlosen Abfahrt bis nach Meran fallen. Danach wechselt die Stimmung: Weinberge, Etschtal, das Hochland rund um den Nonsberg und am Ende ein steiler Abstieg, bis unten plötzlich Wasser glitzert. Mich reizt an dieser Linie, wie deutlich man die Landschaft von Nord nach Süd kippen spürt.
Einfach ist das nicht. An sieben Tagen kommen rund vierzehntausend Höhenmeter zusammen, und fast jeden Morgen wartet ein langer, zäher Anstieg, teils so steil, dass du schieben wirst. Die Gesamtnote liegt bei S2, doch mehrere Tage haben kurze Passagen im S3-Bereich, vor allem ganz am Anfang und ganz am Ende. Die Tour passt zu ausdauernden Bikerinnen und Bikern mit sicherer Fahrtechnik auf losem, steilem Untergrund, die schon mehrtägig unterwegs waren und Höhe gut vertragen.
Alle Informationen zu dieser Tour


GPX-TRACKS
Alle Etappen als GPX-Dateien, mit allen Wegpunkten, Übernachtungsempfehlungen u.v.m. Fürs Navi, für Komoot,
für dein Handy.
- Vollständige GPX-Tracks aller Etappen
- Sofort-Download nach dem Kauf
- Einmalzahlung. Kein Abo.
INKLUSIVE
Deine Tour liegt fertig im AI Outdoor Trip Planner.
Ein Klick nach dem Kauf: Etappen und Tracks sind schon angelegt. Plane Unterkünfte, An- und Abreise und Versorgung dazu. Kostenlos.
Mit dem e-MTB unterwegs?
eMTB-Variante eMTB-geeignet
Die Tour ist gut mit dem eMTB fahrbar. Die Wege sind durchgehend fahrbar, ohne nennenswerte Schiebe- oder Tragepassagen. Entlang der Route gibt es ausreichend viele Lademöglichkeiten.
Gleiche Strecke und gleiche Etappen wie der reguläre GPX-Track dieser Tour, zusätzlich mit Lademöglichkeiten entlang der Route.
Etappen-Details
01
Füssen → Nassereith
Aus dem Allgäu nach Tirol, mit steilem, technischem Schlussabstieg.
56,2 km
↑ 1.985 hm · ↓ 1.574 tm
ø 6,2 % · Fahrtechnik S3
02
Nassereith → Oberlängenfeld
Ein harter Morgenanstieg, danach eine lange, steile Abfahrt ins Ötztal.
64,3 km
↑ 1.860 hm · ↓ 1.888 tm
ø 5,2 % · Fahrtechnik S2
03
Oberlängenfeld → Rabenstein
Viel Asphalt, stetiges Höhensammeln und ein hoher Übergang ins Passeier.
54,8 km
↑ 2.078 hm · ↓ 1.847 tm
ø 5,8 % · Fahrtechnik S0
04
Rabenstein → Meran
Königsetappe: Schiebepassagen zum Dach der Tour, dann endlos bergab nach Meran.
66,0 km
↑ 2.087 hm · ↓ 3.187 tm
ø 9,2 % · Fahrtechnik S1
05
Meran → Sankt Michael
Aus der Kurstadt direkt bergauf, dann durch Weinland ins Überetsch.
54,2 km
↑ 1.754 hm · ↓ 1.661 tm
ø 5,7 % · Fahrtechnik S2
06
Sankt Michael → Altspaur
Der größte Kraftakt: langer Aufstieg und wellige Abfahrten Richtung Nonsberg.
57,7 km
↑ 2.500 hm · ↓ 2.336 tm
ø 8,2 % · Fahrtechnik S2
07
Altspaur → Linfano
Steiler Start, technischer Abstieg und am Ende der Gardasee.
57,9 km
↑ 1.757 hm · ↓ 2.268 tm
ø 6,5 % · Fahrtechnik S2
Bilder




Beste Reisezeit
Das optimal Zeitfenster für diese Tour liegt zwischen Anfang Juli und Ende September. Der Grund ist die vierte Etappe: Dort erreichst du rund 2.880 Meter, und auch der Übergang am Vortag liegt bei knapp 2.500 Metern. In solchen Höhen halten sich Schneefelder oft bis in den Frühsommer, und steile Schiebestücke werden mit Altschnee schnell heikel.
Ein früher Termin Ende Juni kann funktionieren, verlangt aber Flexibilität, weil die Hochlagen dann noch winterlich sein können. Im Hochsommer ist oben meist am meisten möglich, dafür wird es im Etschtal, rund um Meran und am Gardasee richtig heiß, und Nachmittagsgewitter sind in den Bergen ein Thema. Spät im September werden die Tage kürzer, die Luft klarer, im Süden angenehmer, oben aber auch schon kälter, und der erste Neuschnee ist nicht ausgeschlossen.
Mein Planungstipp: Starte die langen Anstiege früh, damit du vor möglichen Gewittern über den hohen Punkten bist. Kurz vor der Abreise lohnt ein Blick auf aktuelle Schneelage und Wetterberichte für die Hochlagen.
Optionale Liftnutzung
Entlang der Route gibt eine Reihe von empfehlenswerten Bergbahnen, die den Uphill vereinfachen oder weitere Trailoptionen erschließen. Diese sind auf dem MTB-Alpencross von Füssen an den Gardasee optional. So zum Beispiel in der Bike Republik Sölden oder im Paganella Bikepark. Du findest die Bergbahn-Optionen im Trip-Planner und kannst sie bei Bedarf berücksichtigen.
Tipps für deine Ankunft
Der letzte Tag hat es noch einmal in sich: ein steiler Anstieg gleich am Morgen, dann eine lange, ruppige Abfahrt mit Passagen bis S3, bei der Unterarme und Konzentration gefordert sind. Genau deshalb würde ich am Ankunftstag nichts mehr planen, was nach Leistung riecht. Kein Shopping-Marathon in Riva, keine Extrarunde auf den Monte Brione.
Mein Tipp: Bike abstellen, kurz frisch machen und dann zu Fuß ans Ufer. Lauf ein Stück am See entlang, zieh die Schuhe aus und geh ins Wasser, auch wenn es nur bis zu den Knien reicht. Das kühle Wasser tut müden Beinen gut, und von unten siehst du die Berge, aus denen du gerade gekommen bist. Wenn der Nachmittag weit genug ist, bleib einfach sitzen, bis der Wind am See dreht und das Licht über dem Wasser weicher wird. Ein Eis oder ein kaltes Getränk in Torbole oder Riva findest du danach ohne jede Planung.
Mein Fazit MTB Alpencross Füssen – Gardasee
Diese Tour ist für Mountainbiker, die schon einen Alpencross oder mehrere MTB-Mehrtagestouren hinter sich haben und wissen, wie sich der siebte Morgen in Folge anfühlt. Du brauchst Grundlagenausdauer für tägliche Anstiege von oft über tausend Höhenmetern am Stück, Trittsicherheit beim Schieben und genug Technik, um kurze S3-Stücke kontrolliert zu fahren oder klug abzusteigen.
Mich überzeugt vor allem der Aufbau rund um die Höhe. Der Weg über das Ötztal und das Passeier führt dich schrittweise nach oben, bevor am vierten Tag der Scheitel mit rund 2.880 Metern kommt. Danach folgt eine Abfahrt über rund 2.350 Höhenmeter bis Meran, die sich wie ein Klimawechsel auf zwei Rädern anfühlt. Ebenso gut gefällt mir, dass die technisch anspruchsvollsten Stücke nicht dort liegen, wo die Luft am dünnsten ist, sondern am Anfang und am Ende der Woche.
Der Haken: Die Anstrengung verteilt sich nicht gnädig. Die sechste Etappe ist mit rund 2.500 Höhenmetern der härteste Konditionstag, obwohl sie deutlich niedriger bleibt als die Königsetappe. Und der letzte Tag verlangt nach sechs Tagen in den Beinen noch einmal volle Konzentration auf steilem, losem Untergrund. Dazu kommen spürbare Asphaltanteile, am dritten Tag auch auf größeren Straßen, was nicht jedem gefällt.
Mein Urteil: eine ehrliche, abwechslungsreiche Linie mit echtem Hochgebirgsmoment und einem Ziel, das die Mühe belohnt. Wer Kondition, Höhe und Technik als drei getrennte Baustellen ernst nimmt und entsprechend trainiert, bekommt hier einen Alpencross, der lange nachwirkt. Wer vor allem flowige Trails sucht, sollte eine andere Route wählen. Die Kombination aus anspruchsvollen Trails und der Schönheit der Natur macht diese Route zu etwas ganz Besonderem. Die Bike Republic Sölden, das Timmelsjoch, die Abschnitte bei Bozen und der Blick auf die Brenta-Dolomiten sind für mich persönliche Höhepunkte.







